Einmal im Jahr feierten die Sternenkinder das große Funkelfest. In dieser besonderen Nacht funkelten alle gemeinsam und formten am Himmel die schönsten leuchtenden Bilder, über die die Menschen auf der Erde staunten. Alle Sternenkinder freuten sich darauf – alle bis auf das kleine Sternenkind Emi. „Ich trau mich nicht“, sagte Emi schüchtern. „Vor allen anderen funkeln, das ist mir zu aufregend.“
Emi schaute zu, wie die anderen Sternenkinder für das Funkelfest übten. Sie funkelten in schönen Mustern, mal hell, mal sanft, und bildeten leuchtende Bögen und Kreise. „Das sieht so schön aus“, dachte Emi sehnsüchtig. „Aber was, wenn ich etwas falsch mache? Was, wenn mein Funkeln nicht schön genug ist?“ Also beschloss Emi, beim Fest lieber am Rand zu bleiben und nur zuzuschauen.
Die alte Sternenmutter bemerkte Emis Zögern. „Warum funkelst du nicht mit beim Fest, kleines Emi?“, fragte sie. „Ich bin zu schüchtern“, gestand Emi. „Was, wenn mein Funkeln nicht gut genug ist?“ Die Sternenmutter lächelte. „Weißt du was?“, sagte sie. „Du musst nicht gleich mitten im großen Bild funkeln. Funkle einfach erst mal ganz für dich, so wie es dir gefällt. Niemand wird dich drängen.“
Das Funkelfest begann, und alle Sternenkinder funkelten gemeinsam die schönsten Bilder. Emi blieb am Rand und funkelte nur ganz leise und schüchtern vor sich hin. Doch dann geschah etwas: Ein ganz kleines Kind auf der Erde, das noch nie zuvor wach geblieben war, um die Sterne zu sehen, schaute zum Himmel – und sein Blick fiel genau auf das kleine, sanfte Emi am Rand.
„Schau, Mama!“, rief das kleine Kind begeistert und zeigte hinauf. „Das kleine Sternchen dort am Rand, das funkelt so schön und sanft! Das ist mein Lieblingsstern!“ Emi hörte es und war ganz überrascht. Das Kind hatte ausgerechnet sein leises, sanftes Funkeln am allerschönsten gefunden – schöner als die großen, hellen Bilder.
Das gab Emi Mut. „Wenn dem kleinen Kind mein Funkeln gefällt“, dachte es, „dann ist es vielleicht doch gut genug.“ Langsam funkelte Emi ein bisschen heller, dann noch ein bisschen heller. Es traute sich näher zu den anderen und begann mitzufunkeln. Und sein sanftes, warmes Licht fügte sich so schön in das große Bild ein, dass es noch viel schöner wurde als zuvor.
„Schaut, wie schön Emi funkelt!“, riefen die anderen Sternenkinder. „Komm zu uns in die Mitte!“ Und so funkelte Emi schließlich mitten im großen Funkelbild mit, strahlend und glücklich. Es hatte sich getraut, und es machte ihm riesige Freude. „Das ist ja wunderbar!“, lachte Emi. „Gemeinsam funkeln ist viel schöner als allein am Rand zu stehen.“
Die alte Sternenmutter lächelte zufrieden. „Siehst du, Emi?“, sagte sie. „Dein Funkeln ist wunderschön, genau wie du. Du musstest dich nur trauen. Und der erste kleine Schritt war der schwerste.“ Emi nickte stolz. Es hatte gelernt, dass man manchmal nur ein bisschen Mut braucht, um zu strahlen.
Am Morgen, als das Funkelfest zu Ende ging und der Himmel hell wurde, kuschelte sich Emi müde und glücklich in eine weiche Wolke. „Heute habe ich mich getraut zu funkeln“, dachte es stolz. Der Himmel färbte sich rosa, die Sterne verblassten sanft, und mit einem warmen, mutigen Herzen schlief das kleine Sternenkind Emi zufrieden ein. Schlaf gut, Emi. Gute Nacht.
