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Die Sternenfähre

Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Wenn der Abend kommt und die ersten Sterne am Himmel erscheinen, beginnt hoch über den Dächern eine ganz besondere Reise. Dann legt die kleine Sternenfähre ab – ein silbernes Boot, das lautlos über den Nachthimmel gleitet und müde Kinder ins Land der Träume bringt. Heute Nacht ist auch ein Platz für dich frei. Mach es dir gemütlich und schließ die Augen.

Die Fähre kommt ganz leise an dein Fenster geschwebt. Sie schaukelt sanft in der Luft, weich wie eine Wiege. Du steigst ein und sinkst in einen Sitz aus warmen, flauschigen Wolken. Eine freundliche Mondfrau steht am Steuer und lächelt dir zu. „Willkommen“, flüstert sie. „Lehn dich zurück. Ich bringe dich sicher hinüber.“

Langsam legt die Fähre ab. Unter dir wird dein Zimmer immer kleiner, bis es nur noch ein winziges, warmes Licht in der Ferne ist. Über dir breitet sich der weite, dunkle Himmel aus, übersät mit tausend funkelnden Sternen. Es ist ganz still hier oben. Nur ein leises, sanftes Summen begleitet die Fahrt.

Die Fähre gleitet an einem großen, runden Mond vorbei. Er leuchtet so freundlich, dass du dich gleich geborgen fühlst. „Guten Abend“, scheint der Mond zu sagen und schickt dir einen warmen Strahl, der dich von Kopf bis Fuß einhüllt wie eine weiche Decke. Deine Arme werden schwer. Deine Beine werden schwer. Alles an dir wird ruhig und still.

Weiter geht die Reise, vorbei an kleinen Sternen, die wie Glühwürmchen am Himmel blinken. Manche zwinkern dir zu. Einer löst sich sacht und schwebt neben der Fähre her, als wollte er dich ein Stück begleiten. Du musst lächeln. Hier oben ist alles leicht und freundlich, und in deinem Bauch wird es ganz warm und ruhig.

Die Mondfrau steuert die Fähre durch ein Feld aus weichen, silbernen Wolken. Sie streifen ganz sacht an dir vorbei und kitzeln dich kaum spürbar an der Nase. Du atmest tief ein und langsam wieder aus. Mit jedem Atemzug sinkst du tiefer in deinen Wolkensitz, immer tiefer, immer ruhiger.

In der Ferne taucht nun ein sanftes, goldenes Leuchten auf. „Dort ist das Land der Träume“, flüstert die Mondfrau. „Dort warten die schönsten Geschichten auf dich.“ Die Fähre wird langsamer und langsamer, ganz behutsam, und schwebt auf das warme Licht zu. Deine Augenlider sind jetzt so schwer, dass du sie kaum noch offen halten magst.

Sanft kommt die Sternenfähre an. Die Mondfrau breitet eine weiche Decke über dich. „Schlaf gut“, flüstert sie. „Ich passe auf dich auf, die ganze Nacht.“ Du kuschelst dich ein, geborgen und sicher, getragen von den Sternen. Das goldene Licht umhüllt dich warm.

Und während die kleine Fähre still über dem Himmel wacht und die Sterne leise leuchten, gleitest du hinüber – tiefer und tiefer in einen ruhigen, schönen Schlaf. Träum süß. Gute Nacht.