Jede Nacht standen die vielen Sterne brav und still am Himmel und funkelten vor sich hin, jeder an seinem festen Platz. So war es schon immer gewesen. Doch ein kleiner Stern namens Pip fand das ein bisschen langweilig. „Müssen wir denn immer nur stillstehen?“, fragte er. „Ich würde so gern einmal tanzen!“
Die anderen Sterne waren entsetzt. „Tanzen? Sterne tanzen nicht!“, sagten sie. „Wir stehen still, das war schon immer so. Bleib auf deinem Platz, Pip.“ Doch Pip konnte den Gedanken ans Tanzen nicht loslassen. Vorsichtig wackelte er ein klein wenig hin und her. Es fühlte sich herrlich an.
„Schaut, so geht das!“, rief Pip und wirbelte ein kleines Stück über den Himmel, wobei er eine glitzernde Spur aus Licht hinterließ. „Probiert es doch auch mal!“ Die anderen Sterne zögerten. Doch ein neugieriger kleiner Stern neben Pip wagte einen winzigen Hüpfer – und kicherte vor Freude. „Oh, das macht ja Spaß!“
Nach und nach trauten sich immer mehr Sterne. Erst wackelten sie nur ein bisschen, dann hüpften sie, dann wirbelten sie übermütig über den Himmel. Pip führte sie an, und bald tanzte eine ganze Schar Sterne fröhlich durch die Nacht, jeder mit einer leuchtenden Lichtspur hinter sich.
Tief unten auf der Erde schauten die Menschen staunend nach oben. „Schaut nur!“, riefen sie. „Die Sterne tanzen! Sie ziehen leuchtende Linien über den ganzen Himmel!“ Denn aus dem Tanz der Sterne entstanden wunderschöne, glitzernde Muster – funkelnde Bänder und Wirbel aus Licht, schöner als alles, was sie je gesehen hatten.
Sogar die alten, ernsten Sterne ließen sich anstecken und tanzten mit, und der ganze Himmel verwandelte sich in ein leuchtendes Fest. „Pip“, sagte der älteste Stern gerührt, „du hast uns etwas Wunderbares gelehrt. Wir dachten, wir müssten immer nur stillstehen. Dabei kann gemeinsame Freude so schön sein.“
Von da an tanzten die Sterne in besonderen Nächten gemeinsam über den Himmel, und die Menschen auf der Erde nannten es das schönste Schauspiel der Nacht. Pip aber war glücklich und dankbar, dass er sich getraut hatte – und dass alle anderen mitgemacht hatten. Denn allein zu tanzen war schön, aber zusammen war es zauberhaft.
Als die Nacht zu Ende ging und der Morgen heraufdämmerte, kehrten die Sterne müde und glücklich an ihre Plätze zurück. „Das war wunderbar“, gähnte Pip zufrieden. Und während der Himmel langsam heller wurde, schliefen die kleinen Sterne selig ein, voller Vorfreude auf den nächsten gemeinsamen Tanz. Schlaf gut, kleiner Pip.
