Auf einer sonnigen Blumenwiese lebte ein Schwarm bunter Schmetterlinge. Den ganzen Tag tanzten sie von Blüte zu Blüte, jeder für sich, leicht und vergnügt. Der kleinste von ihnen war Falti, ein zarter Falter mit blau schimmernden Flügeln. „Wie schön das Leben ist“, freute er sich und gaukelte durch die warme Luft.
Doch eines Nachmittags zog dunkles Gewölk auf, und ein kräftiger Wind kam über die Wiese gefegt. Er zerrte an den zarten Schmetterlingsflügeln und wirbelte die Falter wild durcheinander. „Hilfe!“, rief Falti, als der Wind ihn davontrieb. „Ich kann mich nicht mehr halten!“ Allein war er dem starken Wind hilflos ausgeliefert.
Die Schmetterlinge wurden auseinandergetrieben, jeder kämpfte für sich gegen den Sturm – und keiner kam dagegen an. Da rief die älteste Schmetterlingsdame, Frau Falter, mit aller Kraft: „Kommt zusammen! Allein sind wir zu schwach. Aber wenn wir uns zusammentun, sind wir stark!“
Mühsam kämpften sich die Schmetterlinge zueinander. Sie drängten sich eng aneinander, Flügel an Flügel, und bildeten einen dichten, bunten Schwarm. Und tatsächlich: Gemeinsam boten sie dem Wind viel weniger Angriffsfläche. Sie hielten sich gegenseitig, und der Sturm konnte sie nicht mehr auseinanderreißen.
„Folgt mir!“, rief Frau Falter. „Hinter die große Hecke, da sind wir geschützt!“ Als ein dichter Schwarm flatterten alle gemeinsam zur Hecke, einer dem anderen helfend, und fanden Schutz vor dem tobenden Wind. Eng zusammengekuschelt warteten sie, bis der Sturm vorüberzog.
Falti, der mittendrin saß, spürte, wie sicher er sich zwischen den anderen fühlte. „Allein hätte mich der Wind fortgetragen“, sagte er staunend. „Aber zusammen sind wir stark.“ Frau Falter nickte. „So ist es. Wenn ein Sturm kommt, halten wir zusammen – dann übersteht ihn jeder von uns.“
Als der Wind sich endlich legte und die Sonne wieder durch die Wolken brach, kam der ganze Schwarm wohlbehalten aus seinem Versteck. Kein einziger Schmetterling war verloren gegangen. Voller Freude tanzten sie gemeinsam über die Wiese, dankbar, dass sie zusammengehalten hatten.
Am Abend ließen sich die Schmetterlinge müde auf den Blüten nieder, dicht beieinander. „Zusammen sind wir stark“, dachte Falti glücklich, während er seine Flügel zusammenfaltete. Sanft gewiegt vom nun lauen Abendwind, schliefen die bunten Falter friedlich ein. Schlaf gut, kleiner Falti.
