Nele hatte einen großen Traum: Sie wollte Astronautin werden und zum Mars fliegen, dem geheimnisvollen roten Planeten. Jahrelang hatte sie trainiert und gelernt, und nun war es endlich so weit. In ihrem silbernen Raumanzug stand sie vor ihrer großen Rakete und schaute zu den Sternen hinauf. „Heute fliege ich ins Weltall!“, flüsterte sie aufgeregt.
Nele kletterte in die Rakete und schnallte sich fest. Im Kontrollraum begann der Countdown: „Zehn, neun, acht …“ Neles Herz klopfte. „… drei, zwei, eins – Start!“ Mit einem gewaltigen Feuerstrahl und einem lauten Donnern hob die Rakete ab. Nele wurde tief in ihren Sitz gedrückt, während die Rakete höher und höher stieg, durch die Wolken hinaus ins All.
Und dann – auf einmal war es ganz still. Die Rakete hatte das Weltall erreicht. Nele schaute aus dem Fenster und staunte: Unter ihr schwebte die Erde, ein wunderschöner blau-grüner Ball, umgeben von der schwarzen Weite des Weltraums voller funkelnder Sterne. „Wie wunderschön unsere Erde ist“, flüsterte Nele ergriffen.
In der Schwerelosigkeit schwebte alles in der Rakete umher – Neles Stift, ihr Notizbuch, sogar ein paar Wassertropfen, die wie kleine glitzernde Kugeln in der Luft tanzten. Nele lachte und schwebte selbst ein Stück. „Das ist das Tollste, was ich je erlebt habe!“ Tagelang flog sie durch das All, immer dem roten Mars entgegen.
Nach einer langen Reise tauchte er endlich vor ihr auf: der Mars, groß und rostrot, mit Bergen und tiefen Tälern. Vorsichtig steuerte Nele ihre Rakete zur Landung. Es war ein heikles Manöver, und Neles Hände zitterten ein wenig. „Ganz ruhig“, sagte sie sich. „Langsam und vorsichtig.“ Sanft setzte die Rakete auf dem roten Boden auf. „Ich bin gelandet!“, jubelte Nele.
Im Raumanzug stieg Nele aus und betrat als Erste den roten Sand des Mars. Mit jedem Schritt wirbelte feiner roter Staub auf, und weil die Schwerkraft schwächer war, konnte sie riesige Sprünge machen. „Ich hüpfe über den Mars!“, lachte sie. Sie sammelte rote Steine, fotografierte die fremde Landschaft und pflanzte eine kleine Fahne in den Boden.
Nele war so stolz. Sie hatte ihren Traum wahr gemacht und war ganz mutig bis zum Mars geflogen. „Ich hatte beim Start ein bisschen Angst“, sagte sie, „aber ich habe es geschafft.“ Als ihre Forschung getan war, stieg sie wieder in die Rakete und machte sich auf den langen Heimweg zur Erde, ihren kostbaren Marssteinen im Gepäck.
Wieder sicher zu Hause, kuschelte sich Nele am Abend müde, aber überglücklich ins Bett. Sie schaute aus dem Fenster zu den Sternen hinauf und entdeckte den kleinen roten Punkt am Himmel – den Mars, auf dem sie gewesen war. „Träume können wahr werden, wenn man mutig ist“, dachte sie zufrieden und schlief glücklich ein. Gute Nacht, mutige Nele.
