Im weiten Eisland lebte eine große Pinguinkolonie. Die kleinen Pinguine spielten gern für sich, jeder so, wie es ihm gefiel. Der kleine Pinguin Bibo zum Beispiel rutschte am liebsten allein die Eishügel hinunter und wollte mit den anderen nicht viel zu tun haben. „Ich brauche die anderen nicht“, sagte Bibo. „Ich komme allein zurecht.“
Eines Tages aber verdunkelte sich der Himmel, und ein eisiger Schneesturm zog auf. Der Wind heulte, der Schnee peitschte, und es wurde bitterkalt. „Alle zusammenrücken!“, riefen die großen Pinguine. „Schnell, wir müssen uns eng zusammenstellen, um warm zu bleiben!“ Die Pinguine drängten sich dicht aneinander zu einem großen, warmen Haufen.
Bibo aber wollte nicht. „Ich bleibe lieber für mich“, brummte er und watschelte ein Stück abseits. „Ich brauche die anderen nicht, um warm zu bleiben.“ Doch der Sturm wurde immer heftiger und kälter. Allein, ohne den Schutz der anderen, fror Bibo bald erbärmlich. Der eisige Wind blies durch sein Gefieder, und er zitterte am ganzen Körper. „M-mir ist so k-kalt“, klapperte er.
Bibo merkte, dass er allein dem eisigen Sturm nicht standhalten konnte. Zitternd und mit letzter Kraft watschelte er zu dem großen, warmen Pinguinhaufen hinüber. „D-darf ich zu euch?“, fragte er kleinlaut. „Aber natürlich!“, riefen die anderen. „Komm schnell in die Mitte, da ist es am wärmsten!“ Sie machten Platz und ließen Bibo in die warme Mitte.
Sofort wurde Bibo von allen Seiten gewärmt. Die dicht gedrängten, warmen Körper der anderen Pinguine hielten den eisigen Wind ab, und langsam hörte Bibo auf zu zittern. „Ach, ist das schön warm“, seufzte er erleichtert. „Allein wäre ich fast erfroren. Aber zusammen ist es mollig warm.“ Er war so dankbar, dass die anderen ihn aufgenommen hatten.
Während der Sturm draußen tobte, wechselten die Pinguine sich ab: Mal stand einer außen und schützte die anderen vor dem Wind, dann durfte er wieder in die warme Mitte, und ein anderer übernahm den kalten Außenplatz. „So friert keiner zu lange“, erklärten die großen Pinguine. „Wir passen alle aufeinander auf. Im Sturm hält die ganze Kolonie zusammen.“
Bibo verstand nun, wie wichtig die Gemeinschaft war. „Ich dachte, ich brauche die anderen nicht“, gestand er. „Aber ohne euch wäre ich im Sturm verloren gewesen. Zusammen sind wir viel stärker.“ Auch er stellte sich nun tapfer mal an den kalten Rand, um die kleineren Pinguine zu schützen. Es machte ihn stolz, für die anderen da zu sein.
Endlich legte sich der Sturm, und die Sonne kam wieder hervor. Alle Pinguine hatten den Sturm wohlbehalten überstanden, weil sie zusammengehalten hatten. „Geschafft!“, jubelten sie. Bibo schaute dankbar in die Runde. „Danke, dass ihr mich aufgenommen habt“, sagte er. „Von jetzt an halte ich immer mit euch zusammen.“
Am Abend, als das Eisland still und friedlich dalag, kuschelten sich die Pinguine eng aneinander zum Schlafen, Bibo mittendrin. „Zusammen ist man nie allein und nie kalt“, dachte er glücklich und dankbar. Über dem Eis funkelten die Sterne, ein nun sanfter Wind strich über die Schollen, und warm und geborgen in der Mitte seiner Kolonie schlief der kleine Pinguin Bibo zufrieden ein. Schlaf gut, Bibo. Gute Nacht.
