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Die mutige Prinzessin und der Nebelsumpf

Mut machen · Selbstvertrauenab 7 5 Min.
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Im Königreich Silbertal lebte Prinzessin Smilla, ein mutiges und gütiges Mädchen. Eines Tages erkrankte die alte Königin schwer, und die weisen Heiler sagten: „Nur die seltene Mondblume kann sie heilen. Doch sie wächst allein im Herzen des Nebelsumpfs – und dorthin traut sich niemand.“ Smilla zögerte keinen Augenblick. „Dann hole ich sie.“

Alle warnten sie. „Der Nebelsumpf ist gefährlich und unheimlich“, sagten sie. „Dichter Nebel, in dem man die Hand vor Augen nicht sieht, und seltsame Geräusche.“ Doch Smilla dachte an die kranke Königin. „Wenn ich es nicht versuche, kann ihr niemand helfen“, sagte sie entschlossen und machte sich auf den Weg.

Bald erreichte Smilla den Rand des Nebelsumpfs. Vor ihr lag eine graue, neblige Welt. Dunkle Bäume ragten wie Schatten empor, und aus der Ferne drangen seltsame, raunende Laute. Smillas Herz klopfte schnell. Am liebsten wäre sie umgekehrt. Doch sie holte tief Luft. „Ein Schritt nach dem anderen“, sagte sie sich und trat in den Nebel.

Der Weg war beschwerlich. Der Boden war matschig, der Nebel dicht und kalt, und die unheimlichen Geräusche ließen Smilla immer wieder zusammenzucken. Doch jedes Mal, wenn die Angst sie packte, atmete sie tief durch und ging weiter. „Ich darf nicht aufgeben. Die Königin braucht mich.“ Schritt für Schritt kämpfte sie sich voran.

Als ein besonders lautes Heulen durch den Sumpf hallte, erstarrte Smilla vor Schreck. Doch dann sah sie genauer hin: Es war nur der Wind, der durch die hohlen Bäume pfiff. „Der Sumpf ist gar nicht so furchterregend, wie alle sagen“, erkannte sie. „Vieles, wovor man sich fürchtet, ist harmlos, wenn man genau hinschaut.“ Das gab ihr neuen Mut.

Endlich, im tiefsten Herzen des Sumpfs, fand Smilla sie: die Mondblume. Sie leuchtete silbern durch den Nebel, wunderschön und zart. Behutsam pflückte Smilla die kostbare Blume. „Ich habe es geschafft“, flüsterte sie überglücklich. Mit der Blume sicher in der Hand machte sie sich auf den Rückweg, diesmal ohne Angst.

Zurück im Schloss bereiteten die Heiler aus der Mondblume einen heilenden Trank. Schon bald ging es der alten Königin besser, und bald war sie wieder ganz gesund. „Smilla“, sagte sie gerührt, „du hast dich durch den Nebelsumpf gewagt, wo sich niemand sonst hintraute. Dein Mut hat mir das Leben gerettet.“ Das ganze Königreich feierte die tapfere Prinzessin.

Am Abend, nach dem großen Fest, kuschelte sich Smilla müde, aber glücklich in ihr Bett. „Ich hatte solche Angst“, dachte sie, „und bin trotzdem gegangen. Das war der größte Mut.“ Stolz und zufrieden schloss sie die Augen, und während die Sterne über Silbertal funkelten, schlief Prinzessin Smilla zufrieden ein. Gute Nacht, mutige Smilla.