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Die mutige kleine Qualle

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 3 Min.
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In einer ruhigen, geschützten Bucht lebte eine kleine, durchsichtige Qualle namens Quella. Quella schwebte den ganzen Tag gemütlich im warmen, flachen Wasser und fühlte sich dort sicher. Das weite, offene Meer dahinter aber machte ihr Angst. „Da draußen ist alles so groß und unbekannt“, sagte sie. „Ich bleibe lieber hier.“

Die anderen Quallen schwebten oft hinaus ins offene Meer und erzählten von wunderschönen Korallenriffen und glitzernden Fischschwärmen. „Komm doch mit, Quella!“, sagten sie. Doch Quella schüttelte sich. „Nein, nein. In der Bucht ist es sicher.“ Und so blieb sie zurück und schaute den anderen sehnsüchtig nach.

Eines Tages jedoch wurde das Wasser unruhig. Eine starke Strömung griff nach Quella und zog sie sanft, aber bestimmt aus der Bucht hinaus ins offene Meer. „Oh nein!“, rief Quella erschrocken. „Ich werde hinausgetragen!“ Sie versuchte zurückzuschwimmen, doch die Strömung war zu stark. Hilflos trieb sie ins Weite.

Quella zitterte vor Angst. Doch dann, als sich das Wasser beruhigte und sie sich umschaute, blieb ihr fast der Atem weg – vor Staunen. Um sie herum war das offene Meer, und es war wunderschön! Bunte Korallen leuchteten in allen Farben, schillernde Fische zogen vorbei, und das Sonnenlicht tanzte glitzernd durchs Wasser.

„Wie schön es hier ist!“, flüsterte Quella. Vorsichtig schwebte sie weiter und entdeckte immer mehr Wunder: eine Schildkröte, die gemächlich vorbeiglitt, ein Seepferdchen, das sich an einem Halm festhielt, einen ganzen Schwarm silberner Fische, der um sie herum wirbelte. Ihre Angst verschwand mehr und mehr.

Die anderen Quallen kamen freudig herbeigeschwebt. „Quella! Du hast dich hinausgetraut!“ „Na ja“, lachte Quella, „die Strömung hat ein bisschen nachgeholfen. Aber jetzt bin ich froh. Das weite Meer ist ja gar nicht beängstigend – es ist herrlich!“ Gemeinsam schwebten sie durch das funkelnde Riff.

Quella verbrachte den schönsten Tag ihres Lebens im offenen Meer. Und als sie am Abend zurück in ihre Bucht schweben wollte, merkte sie, dass sie es nun gar nicht mehr eilig damit hatte. „Ich kann ja jederzeit wieder hinausschweben“, dachte sie glücklich. „Das weite Meer ist auch mein Zuhause.“

Sanft gewiegt von der ruhigen Abendströmung, schwebte Quella zufrieden im warmen Wasser. „Manchmal“, dachte sie schläfrig, „liegt hinter dem, wovor man Angst hat, das größte Glück.“ Während über ihr das Mondlicht durchs Wasser schimmerte, ließ sich die kleine Qualle treiben und schlief friedlich ein. Schlaf gut, kleine Quella.