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Die Löwenkönigin und die kluge Maus

Dankbarkeit · Freundschaftab 7 4 Min.
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Über die weite Savanne herrschte eine stolze Löwenkönigin namens Amara. Sie war groß, prächtig und mächtig, und alle Tiere achteten sie. Doch Amara konnte auch ein wenig hochmütig sein. Sie glaubte, nur die großen, starken Tiere seien wichtig. Die kleinen Tiere beachtete sie kaum. „Was kann eine winzige Maus schon ausrichten?“, sagte sie geringschätzig.

Eines Tages lag Amara faul in der Mittagssonne, als eine kleine Maus über ihre Pranke huschte. Blitzschnell schlug Amara die Pranke darauf und hielt die Maus gefangen. „Wie kannst du es wagen, die Königin zu stören?“, brummte sie. „Bitte, mächtige Königin“, piepste die Maus, „lass mich frei. Ich bin doch nur klein. Aber wer weiß – vielleicht kann ich dir eines Tages helfen.“

Amara lachte dröhnend. „Du? Mir helfen? Eine winzige Maus will der großen Löwenkönigin helfen? Das ist das Lustigste, was ich je gehört habe.“ Doch weil die Maus sie so zum Lachen gebracht hatte, ließ Amara sie laufen. „Geh nur, kleine Maus“, kicherte sie. „Du wirst mir gewiss nie von Nutzen sein.“ Die Maus bedankte sich und huschte davon.

Einige Tage später ging Amara auf ihrem Streifzug durch ein dichtes Gebüsch. Plötzlich – schwupp! – schloss sich ein großes Netz um sie. Jäger hatten es zwischen den Büschen gespannt. So sehr Amara auch zog und zerrte, mit ihren mächtigen Pranken, sie kam nicht frei. Im Gegenteil, je mehr sie kämpfte, desto fester verhedderte sie sich. „Hilfe!“, brüllte die Königin verzweifelt. „So helfe mir doch jemand!“

Die großen, starken Tiere der Savanne hörten ihr Brüllen, aber das Netz war zu fest, und ihre Hufe und Pranken konnten die dicken Seile nicht durchtrennen. Amara verlor schon die Hoffnung. Da hörte sie ein feines Piepsen. „Mächtige Königin“, sagte eine kleine Stimme. „Erinnerst du dich an mich?“ Es war die kleine Maus, die sie damals freigelassen hatte.

„Halt still“, piepste die Maus. „Ich helfe dir.“ Mit ihren scharfen, kleinen Zähnen begann sie, an den Seilen des Netzes zu nagen. Knabber, knabber, knabber. Ein Seil nach dem anderen durchtrennte sie, fleißig und geschickt. Was die großen Tiere mit all ihrer Kraft nicht geschafft hatten, das schaffte die winzige Maus mit ihren kleinen Zähnen. Faden um Faden zernagte sie das Netz.

Und schließlich – das letzte Seil riss, und das Netz fiel auseinander. Amara war frei! Staunend schaute die große Löwenkönigin auf die kleine Maus hinab. „Du … du hast mich gerettet“, sagte sie fassungslos. „Eine winzige Maus hat die mächtige Löwenkönigin befreit. Und ich habe dich für unwichtig gehalten.“ Die Maus lächelte bescheiden. „Auch die Kleinen können Großes vollbringen“, sagte sie.

Amara schämte sich für ihren früheren Hochmut. „Verzeih mir, kleine Maus“, sagte sie demütig. „Ich habe geglaubt, nur die Großen und Starken seien wichtig. Heute hast du mich eines Besseren belehrt. Du bist klein, aber du hast ein großes Herz und einen klugen Kopf.“ Von diesem Tag an achtete die Löwenkönigin jedes Tier in der Savanne, ob groß oder klein.

Die kleine Maus und die große Löwenkönigin wurden Freunde, so ungleich sie auch waren. Am Abend, als die Sonne über der Savanne unterging, ruhte Amara zufrieden im Gras, und die kleine Maus saß sicher auf ihrer warmen Pranke. „Danke, kleine Freundin“, schnurrte Amara. „Du hast mich nicht nur befreit, sondern auch klüger gemacht.“ Die Sterne kamen hervor, ein warmer Wind strich durchs Gras, und friedlich schliefen die Königin und die Maus gemeinsam ein. Schlaf gut, ihr beiden. Gute Nacht.