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Die kleine Robbe lernt jagen

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 4 Min.
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Auf einer sonnigen Felsenküste lebte eine kleine Robbe namens Roni. Roni liebte es, sich in der Sonne zu wärmen und im flachen Wasser zu planschen. Doch nun war sie alt genug, um selbst nach Fischen zu tauchen. Das aber machte ihr Angst. „Da unten ist das Wasser so tief“, sagte sie. „Und was, wenn ich keinen Fisch fange?“

Ihre Mama tauchte elegant nach unten und kam mit einem glänzenden Fisch zurück. „Komm, Roni, versuch es auch“, sagte sie. „Du kannst das.“ Doch Roni schüttelte den Kopf. „Ich traue mich nicht. Das sieht so schwer aus.“ Und so blieb sie an der Oberfläche und schaute den anderen Robben sehnsüchtig beim Tauchen zu.

„Mein kleiner Schatz“, sagte Mama sanft, „wir Robben sind geboren, um zu tauchen und zu jagen. Du hast starke Flossen und einen geschickten Körper. Du musst es nur üben. Wir fangen ganz langsam an – erst tauchst du nur ein kleines Stück, und ich bin die ganze Zeit bei dir.“ Roni schaute unsicher, dann nickte sie. „Na gut, ich versuche es.“

Roni holte tief Luft und tauchte ein kleines Stück hinab, dicht neben ihrer Mama. Das Wasser war kühl und klar. „Gar nicht schlimm“, dachte Roni überrascht. Sie tauchte ein bisschen tiefer und sah die ersten silbernen Fische vorbeischwimmen. „Schwimm ihnen einfach nach“, flüsterte Mama. „Ganz geschickt.“

Roni schwamm einem kleinen Fisch hinterher, doch er war flink und entwischte ihr. Beim zweiten Versuch war sie zu langsam, beim dritten zu ungeschickt. „Ich kann das nicht“, seufzte Roni. Doch Mama ermutigte sie: „Übung macht den Meister. Versuch es einfach weiter. Du wirst mit jedem Mal geschickter.“

Und so übte Roni weiter, Tauchgang um Tauchgang. Sie lernte, sich elegant durchs Wasser zu drehen, schneller zu schwimmen und im richtigen Moment zuzuschnappen. Mit jedem Versuch wurde sie besser. Und dann – endlich – fing sie ihren ersten Fisch ganz allein! „Ich hab ihn!“, jubelte Roni und tauchte stolz auf.

„Du hast es geschafft, Roni!“, freute sich Mama. „Dein erster selbst gefangener Fisch!“ Roni strahlte über das ganze Robbengesicht. „Ich hatte solche Angst“, sagte sie, „aber ich habe geübt und nicht aufgegeben.“ Den ganzen Tag tauchte und jagte sie nun mit den anderen Robben und wurde immer geschickter.

Am Abend, satt und müde, kuschelte sich Roni auf ihren warmen Felsen, dicht an ihre Mama. „Ich bin eine echte kleine Jägerin geworden“, dachte sie stolz. „Ich musste mich nur trauen und üben.“ Sanft gewiegt vom Rauschen des Meeres, schlief die kleine Robbe zufrieden ein. Schlaf gut, kleine Roni.