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Die kleine Katze Mimi und der Mut

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 4 Min.
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In einem gemütlichen Häuschen am Rand der Stadt lebte eine kleine Katze namens Mimi. Mimi hatte ein weiches, graues Fell und große grüne Augen. Im Haus kannte sie jede Ecke, jedes Kissen und jedes Sonnenplätzchen. Doch vor einer Sache hatte Mimi Angst: vor dem großen Garten draußen. Wenn die Tür offen stand, schaute sie nur ängstlich hinaus und blieb lieber drinnen.

„Da draußen ist alles so groß“, dachte Mimi. „So viele Geräusche, so viel Wind, so viel Unbekanntes.“ Ihre Freundin, die alte Katze Stella, die schon viele Jahre im Garten herumstreifte, fragte sie eines Tages: „Mimi, warum kommst du nie mit nach draußen? Der Garten ist so wunderschön.“ Mimi senkte den Kopf. „Ich traue mich nicht“, gestand sie leise.

Stella setzte sich neben sie. „Weißt du“, sagte sie sanft, „du musst ja nicht gleich den ganzen Garten erkunden. Wie wäre es, wenn du erst einmal nur einen einzigen Schritt vor die Tür machst? Nur eine Pfote. Mehr nicht.“ Mimi schaute zur offenen Tür. Eine Pfote – das klang machbar. „Na gut“, sagte sie zögernd. „Nur eine Pfote.“

Vorsichtig setzte Mimi eine Pfote über die Türschwelle, hinaus auf die warme Steinplatte davor. Sie fühlte sich angenehm warm an, von der Sonne aufgewärmt. „Oh“, sagte Mimi überrascht. „Das ist ja gar nicht schlimm.“ Stella lächelte. „Siehst du? Und nun vielleicht noch eine Pfote?“ Mimi setzte die zweite Pfote nach draußen. Dann die dritte. Und schließlich stand sie ganz auf der warmen Steinplatte.

Die Sonne schien herrlich warm auf Mimis Fell. Ein sanfter Wind brachte den Duft von Blumen mit sich. „Es riecht so gut hier“, staunte Mimi. Ein Schmetterling tanzte vorbei, und neugierig schaute Mimi ihm nach. „Möchtest du ihm folgen?“, fragte Stella. Mimi machte vorsichtig ein paar Schritte ins weiche Gras. Es kitzelte angenehm zwischen ihren Pfoten.

Schritt für Schritt erkundete Mimi nun den Garten. Sie schnupperte an einer Blume, beobachtete eine fleißige Biene und lauschte dem Zwitschern der Vögel. Mit jedem Schritt wurde ihre Angst kleiner und ihre Neugier größer. „Das ist ja wunderschön hier draußen!“, rief sie. „Warum hatte ich nur solche Angst?“

„Weil das Unbekannte oft Angst macht“, sagte Stella weise. „Aber wenn man sich ganz langsam herantraut, Schritt für Schritt, dann merkt man, dass es gar nicht so schlimm ist. Oft ist es sogar wunderbar.“ Mimi nickte. Sie hatte heute etwas Wichtiges gelernt: dass hinter der Angst manchmal die schönsten Entdeckungen warten.

Den ganzen Nachmittag tollte Mimi durch den Garten, kletterte auf einen niedrigen Ast und jagte fröhlich Blätter im Wind. Stella schaute ihr stolz zu. „Du bist heute richtig mutig gewesen“, sagte sie. Mimi schnurrte zufrieden. Sie war so froh, dass sie sich getraut hatte.

Am Abend, als die Sonne unterging, kehrte Mimi müde und glücklich ins Haus zurück und rollte sich auf ihrem Lieblingskissen zusammen. „Morgen gehe ich wieder hinaus“, dachte sie zufrieden, „und entdecke noch mehr.“ Durch das Fenster sah sie die ersten Sterne am Himmel, das Haus war warm und still, und stolz auf ihren Mut schlief die kleine Katze Mimi sanft ein. Schlaf gut, Mimi. Gute Nacht.