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Die kleine Hexe, die noch nicht zaubern konnte

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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In einem gemütlichen Häuschen am Waldrand wohnte eine kleine Hexe namens Pippa. Pippa hatte einen spitzen Hut, einen fliegenden Besen und einen großen Zauberkessel. Nur eines fehlte ihr noch: Sie konnte noch nicht richtig zaubern. Wenn die anderen Hexen die schönsten Zaubersprüche aufsagten, kam bei Pippa immer nur Unsinn heraus. Statt einer Blume zauberte sie einen Pudding, statt Regen ließ sie Konfetti regnen.

„Warum klappt mein Zaubern nie?“, seufzte Pippa. Die anderen jungen Hexen lachten manchmal über ihre missglückten Sprüche. „Du wirst nie eine richtige Hexe“, kicherten sie. Das machte Pippa traurig. „Vielleicht bin ich einfach keine gute Hexe“, dachte sie betrübt und setzte ihren spitzen Hut tief ins Gesicht.

Pippas Oma, eine weise alte Hexe, fand sie bekümmert am Kessel sitzen. „Was ist los, meine Kleine?“, fragte sie. „Mein Zaubern klappt nie“, klagte Pippa. „Immer kommt nur Unsinn dabei heraus.“ Oma lächelte. „Weißt du, Pippa“, sagte sie, „Zaubern lernt man nicht an einem Tag. Es braucht viel Übung und Geduld. Auch ich habe als kleine Hexe nur Quatsch gezaubert. Lass dir Zeit.“

„Aber ich will jetzt zaubern können“, seufzte Pippa. Oma schüttelte sanft den Kopf. „Übung braucht Geduld“, sagte sie. „Komm, wir üben zusammen, einen ganz einfachen Spruch. Sprich ihn langsam und deutlich und denk genau an das, was du zaubern möchtest.“ Pippa nickte und übte. Sie sprach den Spruch ganz langsam – und statt Unsinn erschien tatsächlich eine kleine, leuchtende Seifenblase. „Oh!“, rief Pippa. „Das war Absicht!“

Pippa übte jeden Tag, geduldig und ohne sich zu ärgern. Anfangs ging noch oft etwas schief, und manchmal kam doch wieder ein Pudding statt einer Blume heraus. Aber Pippa lachte dann einfach darüber und versuchte es erneut. Mit jedem Tag gelang ihr ein kleines bisschen mehr, und ihre Zaubersprüche wurden besser und besser.

Eines Tages bemerkte Pippa etwas Lustiges: Ihre missglückten Zauber waren oft gar nicht schlecht, sondern einfach fröhlich und überraschend. Wenn sie aus Versehen Konfetti regnen ließ, freuten sich alle Kinder im Dorf. Wenn ein Pudding statt einer Blume erschien, gab es ein leckeres Festmahl. „Vielleicht“, dachte Pippa, „ist mein lustiger Zauber etwas ganz Besonderes.“

Die anderen Hexen, die Pippa ausgelacht hatten, staunten bald. „Deine fröhlichen Zauber machen alle glücklich!“, sagten sie. „Niemand zaubert so lustige Überraschungen wie du.“ Pippa strahlte. Sie hatte gelernt, geduldig zu üben – und nebenbei entdeckt, dass ihr ganz eigener, fröhlicher Zauberstil etwas Wunderbares war.

„Ich kann zaubern“, sagte Pippa stolz, „auf meine ganz eigene, fröhliche Art. Und ich werde jeden Tag ein bisschen besser.“ Sie schämte sich nicht mehr für ihre Anfänge. Im Gegenteil – sie war stolz darauf, wie weit sie schon gekommen war. Und Oma war die stolzeste Hexen-Oma weit und breit.

Am Abend, müde vom vielen Üben, zauberte Pippa sich ein letztes, sanft leuchtendes Sternchen über ihr Bett, das wie ein kleines Nachtlicht funkelte. „Ich werde eine richtig gute Hexe“, dachte sie zufrieden und ließ das Sternchen sacht erlöschen. Der Mond schien durchs Fenster, der Wald rauschte leise, und glücklich mit sich selbst schlief die kleine Hexe Pippa ein. Schlaf gut, Pippa. Gute Nacht.