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Die Hexe und der geduldige Zaubertrank

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Die kleine Hexe Pim wollte einen ganz besonderen Zaubertrank brauen: einen Freundschaftstrank, der nach Erdbeeren schmeckte und gute Laune machte. Im alten Zauberbuch stand: „Lass den Trank eine ganze Nacht lang ganz langsam köcheln, dann gelingt er.“ Doch Pim war ungeduldig. „Eine ganze Nacht?“, brummte sie. „Das dauert ja ewig. Das geht bestimmt auch schneller.“

Pim warf alle Zutaten in den Kessel und drehte das Feuer ganz hoch. „Wenn ich es heißer mache, ist der Trank bestimmt schneller fertig“, dachte sie. Doch der Trank fing an, wild zu blubbern und zu spritzen, wurde grün statt rosa und stank fürchterlich nach faulen Eiern. „Igitt!“, rief Pim und hielt sich die Nase. „Das ist ja kein Freundschaftstrank, das ist eine stinkende Pampe!“

Enttäuscht kippte Pim den misslungenen Trank weg. „Warum hat das nicht geklappt?“, seufzte sie. Da kam ihre Oma vorbei, eine weise alte Hexe. „Hast du den Trank langsam köcheln lassen, wie es im Buch steht?“, fragte sie. Pim senkte den Kopf. „Nein“, gab sie zu. „Ich war ungeduldig und habe das Feuer hochgedreht.“ Oma lächelte. „Ach, Pim. Manche Dinge kann man eben nicht überstürzen.“

„Ein guter Zaubertrank“, erklärte Oma, „braucht Zeit und Geduld. Die Zutaten müssen ganz langsam köcheln, damit sich ihre Kräfte richtig entfalten. Wenn du es zu eilig hast, geht es schief. Komm, wir machen es noch einmal – aber diesmal ganz in Ruhe.“ Pim nickte. Diesmal wollte sie geduldig sein.

Gemeinsam gaben sie die Zutaten in den Kessel und stellten das Feuer ganz klein. „Und jetzt heißt es warten“, sagte Oma. „Wir lassen den Trank die ganze Nacht sanft köcheln und rühren nur ab und zu vorsichtig um.“ Für die ungeduldige Pim war das Warten schwer. Doch sie biss die Zähne zusammen, rührte geduldig und sah zu, wie der Trank ganz langsam vor sich hin köchelte.

Um sich das Warten zu vertreiben, erzählte Oma der kleinen Pim Geschichten von früher, und so verging die Nacht schneller, als Pim gedacht hatte. Stunde um Stunde köchelte der Trank, und nach und nach färbte er sich in ein zartes, schönes Rosa und begann herrlich nach frischen Erdbeeren zu duften. „Oh“, staunte Pim. „Er sieht ja wunderschön aus!“

Am Morgen war der Trank endlich fertig. Pim probierte vorsichtig einen Schluck – und sofort breitete sich ein warmes, fröhliches Gefühl in ihr aus. „Er ist perfekt gelungen!“, jubelte sie. „Er schmeckt herrlich nach Erdbeeren und macht so gute Laune!“ Oma lächelte stolz. „Siehst du? Mit Geduld ist er wunderbar geworden.“

Pim verteilte ihren gelungenen Freundschaftstrank an alle Waldbewohner, und überall machte er gute Laune und brachte Freunde zusammen. „Ich habe etwas Wichtiges gelernt“, sagte Pim. „Gute Dinge brauchen Zeit. Wenn man sie überstürzt, gehen sie schief. Aber mit Geduld gelingt sogar der schwierigste Zaubertrank.“ Oma nickte zufrieden.

Am Abend, müde, aber stolz, kuschelte sich Pim in ihr Hexenbett. „Heute habe ich gelernt, geduldig zu sein“, dachte sie zufrieden, „und mein Trank ist wunderbar gelungen.“ Der Mond schien durchs Fenster, der Zaubertrank duftete noch sanft nach Erdbeeren, und mit einem geduldigen, glücklichen Herzen schlief die kleine Hexe Pim zufrieden ein. Schlaf gut, Pim. Gute Nacht.