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Die Glühwürmchen und das verlorene Licht

Freundschaftab 5 4 Min.
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An einem lauen Sommerabend, wenn die Sonne hinter den Hügeln versinkt, beginnt am Waldrand ein zauberhaftes Schauspiel: Hunderte kleiner Glühwürmchen tanzen durch die Luft und leuchten wie winzige Sterne. Eines von ihnen war Lumi, das kleinste Glühwürmchen von allen, und sein Licht leuchtete besonders warm und golden.

Doch an diesem Abend geschah etwas Seltsames. Als Lumi sein Lichtlein anknipsen wollte, blieb es dunkel. Er schüttelte sich, er strengte sich an – nichts. „Mein Licht ist weg!“, rief Lumi erschrocken. „Wie soll ich jetzt mit den anderen tanzen? Im Dunkeln sieht mich niemand.“

Traurig setzte sich Lumi auf ein Blatt, während die anderen Glühwürmchen über ihm leuchteten und schwebten. „Ohne mein Licht gehöre ich nicht mehr dazu“, dachte er, und eine kleine Träne kullerte herab. Er fühlte sich so allein in der Dunkelheit.

Da bemerkte ihn seine Freundin Bella. „Lumi, warum sitzt du so allein hier unten?“, fragte sie. „Mein Licht ist verloschen“, schniefte Lumi. „Ich kann nicht mehr leuchten.“ Bella überlegte einen Moment. Dann lächelte sie. „Warte hier. Ich hole die anderen.“

Kurz darauf kam Bella mit einer ganzen Schar Glühwürmchen zurück. Sie setzten sich rund um Lumi auf die Blätter und Halme. „Wenn dein eigenes Licht gerade nicht leuchten mag“, sagte Bella sanft, „dann leihen wir dir unseres. Schau.“ Und gemeinsam ließen sie ihre Lichter aufleuchten, so dass Lumi mitten in einem warmen, goldenen Schein saß.

Lumi staunte. Um ihn herum war es plötzlich taghell, getragen vom Leuchten seiner Freunde. „Ihr leuchtet für mich?“, fragte er gerührt. „Natürlich“, sagte Bella. „Dafür sind Freunde da. Und weißt du was? Wenn wir alle zusammen leuchten, ist keine Nacht zu dunkel.“

In diesem warmen Licht, umgeben von all seinen Freunden, fühlte sich Lumi auf einmal wieder sicher und geborgen. Und ganz langsam, fast unmerklich, begann tief in ihm ein kleiner Funke zu glimmen. Erst schwach, dann heller – bis Lumis eigenes Licht plötzlich wieder aufstrahlte, golden und warm wie zuvor.

„Mein Licht ist zurück!“, jubelte Lumi und wirbelte vor Freude im Kreis. „Es war wohl nur müde und brauchte ein bisschen Wärme“, lachte Bella. Gemeinsam stiegen alle Glühwürmchen in die Luft und tanzten durch die Nacht, und Lumis Licht leuchtete mitten unter ihnen.

Als es Zeit zum Schlafen wurde, ließen sich die Glühwürmchen müde auf den weichen Blättern nieder. Lumi kuschelte sich neben Bella. „Danke, dass ihr für mich geleuchtet habt“, flüsterte er. „Immer wieder“, gähnte Bella. Und während ihre Lichter eines nach dem anderen sanft erloschen, schliefen die kleinen Glühwürmchen friedlich ein. Schlaf gut, kleiner Lumi.