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Die Elfe, die das Teilen lernte

Dankbarkeit · Freundschaftab 5 4 Min.
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In einem zauberhaften Garten lebte eine kleine Elfe namens Belle. Belles Aufgabe war es, mit ihrem glitzernden Blütenstaub die Blumen zum Blühen zu bringen. Doch Belle war ein wenig geizig. „Mein Blütenstaub ist so kostbar“, dachte sie. „Den hebe ich lieber für mich auf.“ Und so sammelte sie immer mehr davon in ihrem kleinen Beutel.

Je mehr Blütenstaub Belle hortete, desto weniger streute sie auf die Blumen. Und so geschah etwas Trauriges: Nach und nach welkten die Blumen im Garten dahin. Erst die Rosen, dann die Tulpen, dann die Veilchen. Der einst so bunte Garten wurde grau und kahl. „Was ist nur mit meinem Garten los?“, wunderte sich Belle.

Belle verstand nicht, warum alles verwelkte, während ihr Beutel voller Blütenstaub immer schwerer wurde. Eine weise alte Libelle setzte sich neben sie. „Liebe Belle“, sagte sie, „dein Blütenstaub ist kein Schatz, den man horten soll. Er ist ein Geschenk, das man teilen muss. Nur wenn du ihn großzügig verstreust, blühen die Blumen.“

Belle schaute auf ihren prall gefüllten Beutel und auf den traurigen, grauen Garten. „Aber wenn ich alles verteile“, sagte sie unsicher, „habe ich doch selbst nichts mehr.“ Die Libelle lächelte. „Probier es einfach. Du wirst sehen, was geschieht.“ Belle zögerte. Dann öffnete sie ihren Beutel und streute eine Handvoll Blütenstaub über eine welke Rose.

Und siehe da: Sofort richtete sich die Rose auf und erblühte in leuchtendem Rot, schöner als je zuvor. Belle staunte. Schnell streute sie mehr Blütenstaub – über die Tulpen, die Veilchen, die Gänseblümchen. Überall, wo ihr glitzernder Staub hinfiel, erwachten die Blumen zum Leben und blühten in den schönsten Farben.

Bald war der ganze Garten wieder ein Meer aus bunten Blüten, und ihr Duft erfüllte die Luft. Schmetterlinge und Bienen kamen zurück, und alles summte und blühte vor Leben. Belle drehte sich glücklich im Kreis. „Wie schön es ist, wenn ich teile!“, rief sie. „Und mein Beutel füllt sich von ganz allein wieder, wenn ich gebe.“

Denn das war das Geheimnis: Je mehr Blütenstaub Belle verschenkte, desto mehr bekam sie zurück, weil die blühenden Blumen ihr neuen schenkten. „Geben macht reicher, nicht ärmer“, sagte die Libelle. Belle nickte glücklich. Ihr Herz war so warm und leicht wie schon lange nicht mehr.

Am Abend, als die Blumen ihre Blüten schlossen, setzte sich Belle zufrieden auf ein weiches Rosenblatt. „Teilen lässt alles aufblühen“, dachte sie dankbar, „die Blumen und mein Herz.“ Sanft gewiegt vom Abendwind, schlief die kleine Elfe glücklich ein. Gute Nacht, kleine Belle.