Es war die kälteste Nacht des ganzen Winters. Draußen pfiff der eisige Wind, und Schnee wirbelte durch die Luft. In ihrem gemütlichen Mauseloch hinter dem Ofen saß die kleine Maus Mini, schön warm und kuschelig, und knabberte an einem Stück Käse. „Hier drinnen ist es herrlich warm“, dachte sie zufrieden.
Da klopfte es ganz leise an ihrer Tür. Mini öffnete und erschrak: Draußen im Schnee stand eine fremde kleine Maus, zitternd vor Kälte, mit Schnee auf den Ohren und ganz blau gefrorenen Pfoten. „B-bitte“, stotterte die fremde Maus, „d-darf ich mich kurz bei dir aufwärmen? Mein Nest ist eingeschneit, und ich friere so sehr.“
Mini zögerte einen winzigen Moment. Ihr warmes Plätzchen am Ofen war so gemütlich, und sie kannte die fremde Maus gar nicht. Doch dann sah sie die zitternde, frierende Maus, und ihr Herz wurde ganz weich. „Aber natürlich, komm schnell herein!“, sagte sie. „Hier ist es schön warm.“
Mini führte die fremde Maus direkt zum wärmsten Platz hinter dem Ofen. „Setz dich hierhin, ganz nah an die warmen Steine.“ Sie holte ihre weichste Decke und legte sie der frierenden Maus um die Schultern. „Und hier“, sagte sie, „teilen wir uns meinen Käse. Der wärmt von innen.“ Die fremde Maus schaute sie dankbar an.
Langsam hörte die kleine Maus auf zu zittern. Ihre Pfoten wurden wieder rosa und warm, und ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. „Danke“, sagte sie gerührt. „Du hast mich gerettet. Ich heiße Pia.“ „Und ich bin Mini“, sagte Mini. „Schön, dass du da bist.“ Gemeinsam knabberten sie Käse und erzählten sich Geschichten.
Draußen tobte weiter der Schneesturm, doch drinnen am warmen Ofen war es gemütlich und fröhlich. Mini merkte, dass es viel schöner war, das warme Plätzchen zu teilen, als allein dort zu sitzen. Aus der fremden, frierenden Maus war eine Freundin geworden. „Allein war es warm“, dachte Mini, „aber zu zweit ist es richtig schön.“
Als der Sturm sich gelegt hatte, war es schon spät. „Du kannst über Nacht hierbleiben“, sagte Mini. „Bei dem Wetter gehst du nirgendwo hin.“ Pia freute sich riesig. „Und morgen helfe ich dir, dein eingeschneites Nest wieder freizuräumen“, versprach Mini. „Zusammen schaffen wir das.“
Eng aneinandergekuschelt lagen die beiden Mäuse am warmen Ofen, satt und zufrieden und glücklich, eine neue Freundin gefunden zu haben. „Teilen macht das Herz warm“, dachte Mini, „noch wärmer als der Ofen.“ Während draußen der Schnee leise glitzerte, schliefen die beiden friedlich ein. Schlaft gut, Mini und Pia.
