In einem fruchtbaren Urzeittal lebten zwei junge Pflanzenfresser-Dinos: der gemütliche Bronto mit dem langen Hals und die flinke Stega mit den Rückenplatten. Eines Tages entdeckten beide gleichzeitig denselben Busch, der voller saftiger, süßer Beeren hing. „Die Beeren gehören mir, ich war zuerst da!“, rief Bronto. „Von wegen, ich habe sie zuerst gesehen!“, schimpfte Stega.
Die beiden Dinos begannen zu streiten. Sie schoben und drängelten sich gegenseitig vom Busch weg, sodass keiner von ihnen auch nur eine einzige Beere fressen konnte. „Geh weg!“ – „Nein, du!“ Sie waren so beschäftigt mit Streiten, dass sie gar nicht zum Fressen kamen. Ihre Bäuche knurrten, und beide wurden immer hungriger und wütender.
Da kam ein alter, weiser Dino des Weges, ein großer Triceratops mit freundlichen Augen. „Was ist denn hier los?“, fragte er ruhig. „Der Beerenbusch!“, riefen Bronto und Stega gleichzeitig. „Jeder will ihn für sich!“ Der alte Triceratops betrachtete den Busch und schmunzelte. „Aber schaut doch nur“, sagte er. „Dieser Busch hängt so voller Beeren. Da ist doch mehr als genug für euch beide.“
Bronto und Stega hielten inne und schauten genauer hin. Tatsächlich – der Busch war über und über mit Beeren bedeckt. „Wenn ihr weiter streitet“, sagte der Triceratops, „dann bekommt keiner von euch etwas, und die Beeren verderben. Wenn ihr aber teilt, dann werdet ihr beide satt und habt obendrein noch Gesellschaft beim Fressen.“
Die beiden jungen Dinos schauten sich verlegen an. „Er hat recht“, gab Bronto zu. „Ich war so versessen darauf, alles allein zu haben, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie viele Beeren da sind.“ Stega nickte. „Es tut mir leid, dass ich dich weggeschubst habe“, sagte sie. „Lass uns zusammen fressen.“
Und so machten sich Bronto und Stega gemeinsam über den Beerenbusch her. Bronto konnte mit seinem langen Hals die Beeren ganz oben erreichen, und Stega kam gut an die unteren heran. „Schau“, lachte Bronto, „ich pflücke dir die oberen herunter!“ – „Und ich zeige dir die süßesten hier unten!“, rief Stega. So halfen sie sich gegenseitig, und beide wurden herrlich satt.
Beim gemeinsamen Fressen kamen die beiden ins Plaudern und merkten, wie viel Spaß es machte, zusammen zu sein. „Streiten war wirklich dumm“, sagte Stega kauend. „Allein hätte ich vielleicht ein paar Beeren gehabt, aber gestritten und schlecht gelaunt. So habe ich genug Beeren und einen neuen Freund.“ Bronto nickte zufrieden. „Geteilt schmeckt es doppelt so gut.“
Der alte Triceratops lächelte, als er die beiden so fröhlich beieinander sah. „Merkt euch das, ihr Kleinen“, sagte er, bevor er weiterzog. „Teilen macht niemanden ärmer. Im Gegenteil – es macht satt, und es macht Freunde.“ Bronto und Stega winkten ihm dankbar nach. Von diesem Tag an teilten sie immer und wurden die besten Freunde im ganzen Tal.
Am Abend, als die Sonne über den Urzeitfarnen unterging, legten sich Bronto und Stega satt und zufrieden nebeneinander ins weiche Moos. „Gute Nacht, Stega“, gähnte Bronto. „Gute Nacht, Bronto“, murmelte Stega. Die Sterne kamen über dem Tal hervor, ein warmer Wind raschelte in den Farnen, und glücklich und satt schliefen die beiden Dino-Freunde ein. Schlaf gut, ihr Dinos. Gute Nacht.
