Der Zauberlehrling Ben hatte jahrelang fleißig gelernt, und nun stand seine große Prüfung bevor. Wenn er sie bestand, würde er endlich ein echter Zauberer sein. Doch Ben hatte schreckliche Angst. „Was, wenn ich es nicht schaffe?“, dachte er. „Was, wenn mir vor allen ein Zauber misslingt? Dann blamiere ich mich, und ich werde nie ein Zauberer.“ Vor lauter Angst konnte er kaum noch üben.
Je näher die Prüfung rückte, desto größer wurde Bens Angst. In der Nacht vor der Prüfung lag er wach und grübelte. „Ich kann das bestimmt nicht“, dachte er verzweifelt. Da kam sein alter Meister zu ihm. „Ich sehe, du machst dir Sorgen, Ben“, sagte er sanft. „Erzähl mir, was dich bedrückt.“ Ben gestand ihm seine ganze Angst.
Der alte Zauberer setzte sich zu ihm. „Weißt du, Ben“, sagte er, „du hast jahrelang fleißig geübt. Du kannst all diese Zauber – du hast sie hundertmal geübt. Das Einzige, was dir im Weg steht, ist deine Angst, nicht deine Fähigkeit. Du musst nur lernen, dir selbst zu vertrauen.“ Ben schaute ihn unsicher an. „Aber wie soll ich meine Angst loswerden?“, fragte er.
„Die Angst musst du gar nicht ganz loswerden“, sagte der Meister. „Ein bisschen Aufregung ist normal, sogar bei großen Zauberern. Du musst nur trotz der Angst weitermachen. Wenn dir bei der Prüfung mulmig wird, dann atme tief durch, denk an all die Male, die du den Zauber schon geschafft hast, und vertrau dir selbst. Du kannst das, Ben. Ich glaube an dich.“
Am Morgen der Prüfung stand Ben vor dem Rat der alten Zauberer. Sein Herz klopfte wild. Die erste Aufgabe: ein Licht zaubern. Ben atmete tief durch, erinnerte sich an die Worte seines Meisters und dachte: „Ich kann das. Ich habe es schon hundertmal geschafft.“ Er schwang den Zauberstab – und ein helles, schönes Licht erschien. „Geschafft!“, dachte Ben erleichtert.
Mit jedem gelungenen Zauber wuchs Bens Vertrauen, und seine Angst wurde kleiner. Er ließ Blumen sprießen, zauberte schwebende Sterne und verwandelte Wasser in funkelnden Saft. Jeder Zauber gelang, weil Ben sich an all seine Übung erinnerte und sich selbst vertraute. Die alten Zauberer nickten anerkennend. „Sehr gut, Zauberlehrling Ben“, sagten sie.
Und dann war es geschafft. „Ben“, verkündete der oberste Zauberer feierlich, „du hast die Prüfung mit Bravour bestanden. Von nun an bist du ein echter Zauberer!“ Ben konnte sein Glück kaum fassen. Er hatte solche Angst gehabt – und es trotzdem geschafft, weil er sich selbst vertraut hatte. Sein Meister strahlte vor Stolz.
„Ich hatte so große Angst“, sagte Ben zu seinem Meister. „Aber als ich mir selbst vertraut habe, ging es ganz von allein.“ Der alte Zauberer lächelte. „Das ist die wichtigste Lektion eines jeden Zauberers“, sagte er. „Vertrau auf das, was du gelernt hast, und auf dich selbst. Dann gelingt dir fast alles.“ Ben nickte stolz.
Am Abend, überglücklich und endlich ein echter Zauberer, kuschelte sich Ben in sein Bett. „Heute habe ich mir selbst vertraut“, dachte er stolz, „und meine Prüfung bestanden.“ Der Mond schien durchs Fenster, sein neuer Zaubererhut hing stolz an der Wand, und glücklich und zufrieden schlief der frischgebackene Zauberer Ben ein. Schlaf gut, Ben. Gute Nacht.
