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Der Weihnachtsbaum, der sich klein fühlte

Selbstvertrauen · Dankbarkeitab 5 4 Min.
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Am Rand eines verschneiten Waldes stand ein kleines Tännchen. Es war nicht besonders groß, ein bisschen krumm, und einige seiner Zweige standen schief ab. Rundherum wuchsen prächtige, hohe, gerade Tannen. „Neben denen sehe ich so unscheinbar aus“, seufzte das kleine Tännchen. „Mich wird sich zu Weihnachten bestimmt niemand aussuchen.“

Es kam die Zeit vor Weihnachten, und die Menschen kamen in den Wald, um sich einen Christbaum auszusuchen. Sie gingen zu den großen, prächtigen Tannen. „Schau, wie hoch und gerade die ist!“, sagten sie und nahmen eine nach der anderen mit. Das kleine, krumme Tännchen aber übersah jeder. „Niemand will mich“, dachte es traurig.

Tag für Tag wurden mehr Bäume ausgesucht, und das kleine Tännchen blieb allein zurück. „Ich bin eben zu klein und zu krumm“, seufzte es und ließ die Zweige hängen. Der Schnee fiel sanft auf seine schiefen Äste, und das Tännchen fühlte sich ganz vergessen und unscheinbar.

Am Tag vor Weihnachten kam eine kleine Familie in den Wald – eine Mama mit zwei Kindern. Sie hatten kein großes Haus und wenig Geld, aber sie suchten einen Baum für ihr gemütliches kleines Zuhause. Die großen Tannen waren viel zu hoch für ihr Wohnzimmer. Da entdeckte das kleinere Kind das krumme Tännchen. „Schaut! Das da!“, rief es begeistert.

„Aber das ist doch so klein und krumm“, sagte die Mama zögernd. „Genau deshalb ist es perfekt!“, rief das Kind. „Es passt genau in unsere Ecke. Und die schiefen Äste sind doch viel lustiger als die geraden!“ Das andere Kind nickte eifrig. „Ja! Dieses Bäumchen wollen wir. Es ist das schönste von allen.“ Das kleine Tännchen konnte sein Glück kaum fassen.

Liebevoll nahm die Familie das Tännchen mit nach Hause. Sie stellten es in die gemütliche Wohnzimmerecke und schmückten es mit selbstgebasteltem Strohstern, bunten Kugeln und Lichterketten. Und plötzlich sah das kleine, krumme Tännchen wunderschön aus – es strahlte und funkelte heller als jeder große Baum. Die schiefen Äste waren genau richtig, um all den Schmuck zu halten.

Am Heiligen Abend versammelte sich die Familie um das kleine Bäumchen, sang Lieder und packte Geschenke aus. Die Kinder strahlten, und das Tännchen war so stolz und glücklich, mitten in dieser warmen, fröhlichen Familie zu stehen. „Ich bin gar nicht zu klein oder zu krumm“, dachte es gerührt. „Ich bin genau richtig.“

Spät am Abend, als die Kerzen ausgingen und alle zufrieden schliefen, stand das kleine Tännchen warm und glücklich im stillen Wohnzimmer und ließ seine Lichter sanft leuchten. „Das schönste Weihnachten überhaupt“, dachte es dankbar. Friedlich und stolz verbrachte das kleine Bäumchen die Heilige Nacht. Frohe Weihnachten, kleines Tännchen.