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Der Waldgeist und das verirrte Kind

Freundschaft · Mut machenab 5 4 Min.
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Tief im Wald wachte der freundliche Waldgeist Efeu über die Bäume und Tiere. Eines Abends, als die Sonne schon unterging, hörte Efeu ein leises Weinen zwischen den Bäumen. Er folgte dem Geräusch und fand ein kleines Kind, das sich verlaufen hatte. Es saß auf einem Baumstumpf, zitterte und weinte. „Ich finde den Weg nach Hause nicht mehr“, schluchzte es.

Efeu trat sanft aus dem Schatten der Bäume. Das Kind erschrak zuerst ein wenig, denn es hatte noch nie einen Waldgeist gesehen. „Hab keine Angst“, sagte Efeu mit seiner sanften, raschelnden Stimme. „Ich bin Efeu, ein Waldgeist. Ich passe auf diesen Wald auf, und ich möchte dir helfen, nach Hause zu finden.“ Das Kind schaute in Efeus freundliche, grüne Augen und fasste Vertrauen.

„Es ist so dunkel“, sagte das Kind, „und ich kann den Weg nicht sehen.“ Efeu lächelte. „Dafür weiß ich Rat“, sagte er. Er hob seine Hand, und sofort kamen Dutzende kleiner Glühwürmchen herbeigeflogen, die sanft leuchteten. „Diese Glühwürmchen sind meine Freunde“, erklärte Efeu. „Sie werden uns den Weg leuchten. Komm, folge mir, ich bringe dich sicher nach Hause.“

Die leuchtenden Glühwürmchen schwebten voran und tauchten den dunklen Wald in ein sanftes, warmes Licht. Efeu nahm das Kind an die Hand und führte es vorsichtig über Wurzeln und durch das Unterholz. „Wo wohnst du denn?“, fragte Efeu. „Im Dorf am Waldrand“, schniefte das Kind. „Den Weg kenne ich gut“, sagte Efeu beruhigend. „Wir sind bald da.“

Damit dem Kind die Angst verging, erzählte Efeu ihm unterwegs von den Wundern des Waldes: von den sprechenden Bäumen, den singenden Bächen und den kleinen Tieren, die nachts erwachten. Bald lächelte das Kind schon wieder. „Der Wald ist ja gar nicht gruselig“, sagte es. „Er ist wunderschön.“ Efeu freute sich. „Wenn man ihn kennt, ist der Wald ein freundlicher Ort“, sagte er.

Die Glühwürmchen führten sie sicher durch die Nacht, vorbei an raschelnden Büschen und über einen kleinen Bach. Wo der Weg unheimlich wurde, leuchteten sie besonders hell. Schließlich lichtete sich der Wald, und vor ihnen erschienen die warmen Lichter des Dorfes. „Mein Dorf!“, rief das Kind freudig. „Da ist mein Zuhause!“

Am Waldrand warteten schon die Eltern des Kindes, die ganz krank vor Sorge gewesen waren. „Mein Kind!“, riefen sie und schlossen es in die Arme. Das Kind erzählte aufgeregt von dem freundlichen Waldgeist Efeu und seinen leuchtenden Glühwürmchen. Die Eltern schauten zum Waldrand und sahen ein sanftes grünes Leuchten. „Danke, lieber Waldgeist!“, riefen sie dankbar.

Efeu winkte freundlich und zog sich dann sanft in den Wald zurück. „Das mache ich doch gern“, dachte er zufrieden. „Ich konnte das Kind doch nicht allein im dunklen Wald lassen.“ Sein Herz war ganz warm vor Freude, jemandem geholfen zu haben. Die Glühwürmchen umschwirrten ihn dankbar, bevor sie in die Nacht davonflogen.

Zurück an seinem Lieblingsplatz, einer weichen Mooshöhle in einem alten Baum, kuschelte sich Efeu zufrieden ein. „Heute durfte ich einem Kind nach Hause helfen“, dachte er glücklich. Der Mond schien durch die Blätter, der Wald rauschte friedlich, und mit einem warmen Herzen schlief der freundliche Waldgeist Efeu zufrieden ein. Schlaf gut, Efeu. Gute Nacht.