Hoch über der Erde, im weiten Weltall, kreisten viele Satelliten um den blauen Planeten. Einer davon war Pip, ein kleiner, fröhlicher Satellit mit glänzenden Solarflügeln. Pips Aufgabe war es, hübsche Bilder von der Erde zu machen und sie nach unten zu schicken. „Ich liebe meine Arbeit“, summte Pip zufrieden, während er seine Bahn zog.
Doch eines Tages geschah ein Missgeschick. Ein kleiner, vorbeifliegender Meteorit stieß Pip aus seiner Bahn. Plötzlich trudelte der kleine Satellit davon, immer weiter weg von den anderen, hinaus ins dunkle, weite All. „Oh nein!“, rief Pip erschrocken. „Ich bin von meiner Bahn abgekommen! Wo sind die anderen? Ich bin ganz allein hier draußen.“
Pip trieb einsam durch die Schwärze des Weltraums. Um ihn herum waren nur ferne Sterne und Dunkelheit. „Ich finde nie wieder zurück“, dachte er traurig, und seine Solarflügel sanken herab. Doch dann gab er sich einen Ruck. „Weinen hilft mir nicht. Ich muss versuchen, zurückzufinden. Die Erde braucht ja meine Bilder.“
Pip schaute sich um und überlegte. „Die Erde ist ein blau-grüner Ball“, erinnerte er sich. „Wenn ich sie finde und auf sie zusteuere, komme ich wieder in die Nähe der anderen Satelliten.“ Mit seinen kleinen Düsen, ganz vorsichtig, begann Pip, sich in Richtung des fernen blauen Punktes zu bewegen, der die Erde war.
Es war ein weiter Weg, und Pips Energie wurde knapp. Doch zum Glück drehte er gerade rechtzeitig seine Solarflügel zur Sonne, die ihn mit neuer Kraft auflud. „Danke, liebe Sonne“, summte Pip dankbar und steuerte weiter. Langsam, aber stetig kam er der Erde näher und näher.
Da bemerkte ihn ein großer Satellit, der ganz in der Nähe seine Bahn zog. „Hallo, kleiner Pip!“, funkte er. „Wir haben dich schon vermisst! Komm, ich helfe dir, deine Bahn wiederzufinden.“ Vorsichtig leitete der große Satellit Pip Stück für Stück zurück auf seine richtige Umlaufbahn um die Erde. „Geschafft!“, jubelte Pip.
Pip war so erleichtert und glücklich, wieder bei den anderen Satelliten und auf seiner vertrauten Bahn zu sein. „Ich hatte solche Angst, allein im All“, sagte er. „Aber ich bin ruhig geblieben und habe nicht aufgegeben – und meine Freunde haben mir geholfen.“ Sofort machte er sich wieder an seine Arbeit und schoss die schönsten Bilder der Erde.
Als die Erde unter ihm in die Nacht eintauchte und die Lichter der Städte funkelten, ließ Pip seine Solarflügel ein wenig ruhen. „Ich bin wieder zu Hause, im Kreis meiner Freunde“, dachte er zufrieden. Sanft seine Bahn ziehend, ruhte sich der kleine Satellit aus. Gute Nacht, kleiner Pip.
