In einem kleinen Turm am Dorfrand wohnte der alte Zauberer Brumm. Brumm war ein guter Zauberer, doch er hatte ein Problem: Er war furchtbar vergesslich. Ständig verwechselte er seine Zaubersprüche. Wollte er eine Blume herzaubern, erschien ein Frosch. Wollte er es regnen lassen, schneite es plötzlich Konfetti.
Brumm schämte sich sehr für seine Verwechslungen. „Ein Zauberer, der seine Sprüche vergisst – wie peinlich“, brummte er und zog sich immer mehr in seinen Turm zurück. Er traute sich kaum noch hinaus, aus Angst, wieder etwas falsch zu zaubern und ausgelacht zu werden.
Eines Tages klopfte ein kleines Mädchen namens Nele an seine Tür. „Lieber Zauberer“, sagte sie, „könntest du meiner kranken Oma einen Strauß bunter Blumen zaubern? Das würde sie so freuen.“ Brumm wurde ganz nervös. „Ich … ich versuche es“, stammelte er. „Aber ich verzaubere oft alles.“
Brumm schwang seinen Zauberstab und sprach den Spruch – doch statt Blumen zauberte er einen Schwarm bunter Schmetterlinge, die fröhlich durch den Raum flatterten. „Oh nein“, seufzte Brumm beschämt. „Schon wieder falsch.“ Doch Nele klatschte begeistert in die Hände. „Schmetterlinge! Wie wunderschön! Die mag meine Oma noch viel lieber als Blumen!“
Brumm schaute überrascht. „Du … du lachst mich nicht aus?“ Nele schüttelte den Kopf. „Warum denn? Deine Schmetterlinge sind zauberhaft. Manchmal ist das, was aus Versehen passiert, ja noch schöner als das, was man geplant hat.“ Brumm musste über diese Worte nachdenken, und ein kleines Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.
Gemeinsam brachten sie die Schmetterlinge zu Neles Oma, die sich riesig freute und vor Glück strahlte. Brumm merkte: Seine Verwechslung hatte gar nichts kaputtgemacht – im Gegenteil, sie hatte Freude gebracht. „Vielleicht“, dachte er, „sind meine Fehler ja gar nicht so schlimm. Manchmal sind sie sogar ein Geschenk.“
Von da an nahm Brumm seine Vergesslichkeit mit Humor. Wenn statt eines Kuchens ein Berg Seifenblasen erschien, lachte er einfach und freute sich an den schillernden Blasen. Die Kinder im Dorf liebten seine überraschenden Zaubereien, denn bei Brumm wusste man nie, was herauskam – aber es war immer ein fröhliches Abenteuer.
Am Abend saß Brumm zufrieden in seinem Turm, umgeben von ein paar übrig gebliebenen Schmetterlingen, die sanft leuchteten. „Niemand ist perfekt“, dachte er glücklich, „und das ist auch gut so.“ Mit einem Lächeln legte er seinen Zauberstab beiseite und schlief zufrieden ein. Gute Nacht, lieber Brumm.
