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Der schüchterne Waldgeist und die Tiere

Selbstvertrauen · Freundschaftab 5 4 Min.
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Der kleine Waldgeist Farn war sehr schüchtern. Während die anderen Waldgeister fröhlich mit den Tieren des Waldes plauderten, versteckte sich Farn lieber hinter Bäumen und Büschen und beobachtete alles nur aus der Ferne. „Was, wenn die Tiere mich komisch finden?“, dachte er. „Was, wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll?“ So blieb Farn immer für sich allein.

Wie gern hätte Farn mit den fröhlichen Eichhörnchen gespielt oder den weisen Eulen gelauscht. Doch jedes Mal, wenn er sich näherte, verließ ihn der Mut, und er huschte schnell wieder ins Versteck. „Ich werde wohl immer allein bleiben“, dachte Farn traurig und schaute den anderen Waldgeistern sehnsüchtig zu, wie sie mit den Tieren lachten.

Der alte Waldgeist bemerkte Farns Einsamkeit. „Warum gesellst du dich nicht zu den anderen, kleiner Farn?“, fragte er. „Ich bin zu schüchtern“, gestand Farn. „Ich traue mich nicht, mit den Tieren zu sprechen.“ Der alte Waldgeist lächelte. „Weißt du, wie eine Freundschaft beginnt? Mit einem einzigen freundlichen Hallo. Mehr braucht es gar nicht für den Anfang.“

Farn fasste sich ein Herz. Am nächsten Tag sah er ein junges Reh, das allein auf einer Lichtung graste. Sein Herz klopfte, aber er dachte an die Worte des alten Waldgeistes. Langsam trat er aus seinem Versteck. „H-hallo“, sagte er schüchtern. „Ich bin Farn, ein Waldgeist.“ Das Reh hob den Kopf und schaute ihn freundlich an. „Hallo, Farn! Wie schön, dich kennenzulernen. Ich habe noch nie mit einem Waldgeist gesprochen.“

Farn war überrascht, wie freundlich das Reh war. „Magst du mir den Wald zeigen?“, fragte das Reh. „Du kennst dich bestimmt gut aus.“ Farn nickte eifrig. Und so führte er das Reh zu den schönsten Plätzen des Waldes, zeigte ihm die süßesten Kräuter und die klarsten Quellen. Das Reh war begeistert, und Farn merkte, dass es gar nicht schwer war, sich zu unterhalten.

Bald kamen auch andere Tiere dazu. Die Eichhörnchen, die Farn schon so lange bewundert hatte, freuten sich über seine Gesellschaft. Die Eulen erzählten ihm weise Geschichten. Und alle waren froh, einen so hilfsbereiten, freundlichen Waldgeist kennenzulernen. „Wir haben dich ja noch nie richtig gesehen, Farn“, sagten sie. „Schön, dass du jetzt da bist!“

Farn strahlte. „Es war gar nicht so schlimm, wie ich dachte“, sagte er glücklich. „Ich musste mich nur trauen, Hallo zu sagen.“ Von diesem Tag an versteckte sich Farn nicht mehr. Er spielte mit den Tieren, half ihnen, wo er konnte, und war mittendrin im fröhlichen Waldleben. Aus dem schüchternen kleinen Waldgeist war ein beliebter Freund aller Tiere geworden.

„Siehst du?“, sagte der alte Waldgeist zufrieden. „Du musstest dich nur einmal trauen. Und der erste Schritt war der schwerste.“ Farn nickte. Er hatte gelernt, dass hinter der Schüchternheit oft die schönsten Freundschaften warten – man muss sich nur trauen, auf die anderen zuzugehen.

Am Abend, müde und glücklich nach einem Tag voller neuer Freundschaften, kuschelte sich Farn in sein weiches Moosbett. „Heute habe ich mich getraut“, dachte er zufrieden, „und so viele Freunde gefunden.“ Der Mond schien durch die Blätter, der Wald rauschte sanft, und mit einem warmen, mutigen Herzen schlief der kleine Waldgeist Farn zufrieden ein. Schlaf gut, Farn. Gute Nacht.