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Der schüchterne Kater und das Fest

Selbstvertrauen · Freundschaftab 5 4 Min.
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Kater Theo war ein freundlicher, aber sehr schüchterner Kater. Am liebsten saß er allein auf der Mauer und beobachtete die anderen Tiere von Weitem. Eines Tages erfuhr er, dass im großen Garten ein Fest gefeiert werden sollte. Alle Tiere der Nachbarschaft waren eingeladen: die Katzen, die Hunde, die Vögel, die Igel – einfach alle. „Oh“, dachte Theo. „Ein Fest. Da würde ich gern hingehen. Aber …“

Theo wurde schon beim Gedanken daran ganz aufgeregt. „So viele Tiere“, dachte er ängstlich. „Was, wenn ich niemanden kenne? Was, wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll? Was, wenn mich keiner mag?“ Je mehr er darüber nachdachte, desto mulmiger wurde ihm. Am liebsten wäre er einfach auf seiner Mauer geblieben, wo alles sicher und vertraut war.

Seine Nachbarin, die freundliche Katze Rosa, bemerkte, wie unglücklich Theo aussah. „Gehst du nicht zum Fest, Theo?“, fragte sie. „Ich … ich bin zu schüchtern“, gestand Theo leise. „Da sind so viele Tiere. Ich trau mich nicht.“ Rosa setzte sich zu ihm. „Das verstehe ich“, sagte sie sanft. „Weißt du was? Du musst nicht gleich mit allen reden. Komm einfach mit mir mit, und wir schauen erst mal nur zu. Mehr nicht.“

Theo überlegte. Nur zuschauen, an Rosas Seite – das traute er sich vielleicht. „Na gut“, sagte er zögernd. „Aber ich bleibe in deiner Nähe.“ Gemeinsam gingen sie zum Garten, wo das Fest schon in vollem Gange war. Überall waren fröhliche Tiere, es gab Leckereien und Musik. Theo blieb dicht bei Rosa am Rand stehen und schaute erst einmal nur.

Nach einer Weile hüpfte ein kleines Kätzchen zu Theo herüber. „Hallo!“, sagte es fröhlich. „Ich bin Pünktchen. Wie heißt du?“ Theos Herz klopfte, aber das Kätzchen sah so freundlich aus. „Ich … ich bin Theo“, sagte er leise. „Schön, dich kennenzulernen, Theo!“, rief Pünktchen. „Magst du mit mir die Schmetterlinge beobachten?“ Und ehe Theo sich versah, saß er schon mit Pünktchen zusammen und schaute den Schmetterlingen zu.

Es war gar nicht so schwer, wie Theo gedacht hatte. Pünktchen redete fröhlich drauflos, und Theo musste nur ab und zu etwas sagen. Bald kamen noch andere Tiere dazu, und Theo merkte, dass alle ganz freundlich waren. Niemand lachte ihn aus. Im Gegenteil – sie freuten sich, dass er da war. Langsam wurde Theo mutiger und traute sich sogar, selbst etwas zu erzählen.

Als ein lustiges Spiel gespielt wurde, machte Theo mit. Er lachte, er sprang, er hatte Spaß. Seine Schüchternheit war fast ganz verschwunden. „Das macht ja richtig Freude!“, dachte er staunend. Am Ende des Festes hatte Theo gleich mehrere neue Freunde gefunden. „Kommst du morgen wieder spielen?“, fragten sie. „Sehr gern“, sagte Theo und strahlte.

Rosa, die ihn die ganze Zeit beobachtet hatte, kam lächelnd zu ihm. „Na, war es so schlimm, wie du dachtest?“, fragte sie. Theo schüttelte den Kopf. „Überhaupt nicht“, sagte er. „Ich hatte nur Angst, weil ich es mir so schlimm ausgemalt habe. Dabei musste ich nur einen kleinen Schritt machen.“ Rosa nickte. „Genau. Und der erste Schritt ist immer der schwerste.“

Am Abend, müde und glücklich, kehrte Theo auf seine Mauer zurück. Doch diesmal fühlte er sich nicht mehr allein. Er hatte Freunde, und morgen würde er sie wiedersehen. „Ich bin froh, dass ich mich getraut habe“, dachte er zufrieden. Die Sterne funkelten über dem Garten, ein milder Wind strich über die Mauer, und mit einem warmen, mutigen Herzen schlief der Kater Theo glücklich ein. Schlaf gut, Theo. Gute Nacht.