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Der schüchterne Clown Pippo

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Im bunten Zirkus Tralala wuchs ein kleiner Clown namens Pippo heran. Er hatte eine knallrote Nase, riesige Schuhe und ein Kostüm voller bunter Punkte. Pippo liebte es, andere zum Lachen zu bringen – aber nur, wenn niemand zuschaute. Denn vor Publikum wurde Pippo schrecklich schüchtern.

Heute war ein großer Tag: Beim Zirkusfest sollte Pippo zum allerersten Mal vor vielen Zuschauern auftreten. Hinter dem Vorhang zitterte er am ganzen Körper. „Ich kann das nicht“, flüsterte er. „So viele Augen schauen mich an. Was, wenn ich etwas falsch mache und alle mich auslachen?“

Der alte Zirkusdirektor legte ihm die Hand auf die Schulter. „Pippo“, sagte er freundlich, „du bringst doch jeden zum Lachen, wenn keiner hinschaut. Stell dir einfach vor, die Zuschauer sind deine Freunde. Sie wollen lachen, sie sind auf deiner Seite.“ Pippo schluckte. „Ich versuche es“, sagte er leise.

Mit wackeligen Knien trat Pippo in die Manege. Das helle Scheinwerferlicht blendete ihn, und sein Herz klopfte bis zum Hals. In seiner Aufregung stolperte er prompt über seine riesigen Clownsschuhe und landete – platsch! – mitten in einer Sahnetorte, die für die nächste Nummer bereitstand.

Pippo erstarrte vor Schreck. Sahne klebte in seinem Gesicht, auf seiner roten Nase, in seinen Haaren. „Oh nein“, dachte er, „jetzt ist alles verdorben.“ Doch da geschah etwas Unerwartetes: Das ganze Publikum brach in schallendes Gelächter aus – nicht boshaft, sondern voller Freude. „Wie lustig!“, riefen die Kinder begeistert.

Pippo merkte: Sie lachten nicht über ihn, sondern mit ihm. Und das fühlte sich wunderbar an! Mutig wischte er sich etwas Sahne von der Nase und schleuderte sie mit einem albernen Schwung in die Luft. Das Publikum johlte vor Vergnügen. Pippo machte weiter, stolperte absichtlich, jonglierte mit Torten und schnitt die lustigsten Grimassen.

Je mehr die Kinder lachten, desto mutiger wurde Pippo. Seine Schüchternheit war wie weggeblasen. Er tanzte durch die Manege, ließ seine rote Nase leuchten und brachte den ganzen Zirkus zum Tosen vor Lachen. Es war der schönste Auftritt, den man sich vorstellen konnte. Am Ende gab es tosenden Applaus.

Strahlend verbeugte sich Pippo. Er hatte sich getraut – und entdeckt, dass es das Schönste auf der Welt ist, andere glücklich zu machen. Müde und überglücklich kuschelte er sich am Abend in seinen Wohnwagen. „Vor Publikum aufzutreten ist gar nicht schlimm“, dachte er zufrieden, „es macht sogar riesig Spaß.“ Dann schlief der kleine Clown selig ein. Gute Nacht, Pippo.