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Der Rennwagen Rocco lernt langsam zu fahren

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Auf der großen Rennstrecke war Rocco der schnellste Rennwagen von allen. Er liebte nichts mehr, als mit aufheulendem Motor um die Kurven zu rasen, immer schneller, immer wilder. „Schneller ist besser!“, brummte Rocco. „Wer langsam fährt, ist langweilig.“

Eines Tages durfte Rocco zum ersten Mal die Rennstrecke verlassen und über Land fahren, um eine Botschaft ins Nachbardorf zu bringen. „Das schaffe ich im Nu!“, rief er und raste los, so schnell er konnte. Die Landschaft sauste an ihm vorbei, nur ein einziger Streifen aus Farben.

Doch in seiner Eile übersah Rocco ein Schild und bog falsch ab. Bald hatte er sich verfahren. „Wo bin ich nur?“, brummte er ratlos. Er raste hierhin und dorthin, immer schneller, immer hektischer, doch dadurch verfuhr er sich nur noch mehr. Schließlich stand er erschöpft und ratlos still.

Da kam ein gemütlicher alter Traktor vorbeigetuckert. „Na, junger Freund, hast du dich verfahren?“, fragte er freundlich. „Ja“, gab Rocco zu. „Ich war so schnell, dass ich das Schild übersehen habe.“ Der Traktor schmunzelte. „Das passiert, wenn man immer nur rast. Komm, fahr ein Stück langsam mit mir. Dann findest du den Weg.“

Rocco fuhr widerwillig im langsamen Tempo des Traktors. Und auf einmal bemerkte er Dinge, die er sonst immer übersehen hatte: ein Feld voller leuchtender Mohnblumen, einen kleinen Bach, der fröhlich plätscherte, Kühe, die ihm gemütlich zuschauten. „Das ist ja wunderschön hier“, staunte Rocco. „Das habe ich beim Rasen nie gesehen.“

Weil Rocco nun langsam und aufmerksam fuhr, entdeckte er auch das richtige Wegschild, das er vorher übersehen hatte. „Da lang muss ich!“, rief er. Gemütlich bedankte er sich beim Traktor und fuhr in angemessenem Tempo weiter – und kam diesmal ohne Umwege im Nachbardorf an.

„Ich bin sogar fast genauso schnell angekommen“, wunderte sich Rocco, „weil ich mich nicht verfahren habe.“ Er hatte gelernt, dass Rasen nicht immer das Beste ist. Manchmal kommt man langsamer sogar schneller und sicherer ans Ziel – und sieht dabei noch die schönsten Dinge.

Auf der Rückfahrt ließ sich Rocco bewusst Zeit und genoss die Landschaft. Am Abend rollte er zufrieden in seine Garage. „Schnell sein ist schön“, dachte er, „aber langsam zu fahren hat auch seinen Zauber.“ Müde stellte er den Motor ab, und während draußen die Sterne aufgingen, schlief der kleine Rennwagen zufrieden ein. Gute Nacht, kleiner Rocco.