Im weiten, weißen Eisland lebte der kleine Pinguin Paul. Die anderen Pinguinkinder hatten einen Lieblingsspaß: Sie warfen sich auf den Bauch und rutschten den glatten Eishügel hinunter, schnell wie der Wind, und kreischten dabei vor Vergnügen. Nur Paul stand oben am Hügel und traute sich nicht.
„Komm, Paul, rutsch mit uns!“, riefen die anderen von unten. „Das macht so viel Spaß!“ Doch Paul schaute den steilen Hügel hinab und bekam ein flaues Gefühl im Bauch. „Das ist so schnell und so steil“, dachte er. „Was, wenn ich hinfalle? Was, wenn es wehtut?“ Lieber blieb er oben stehen und schaute nur zu.
Jeden Tag sah Paul den anderen beim fröhlichen Rutschen zu, und jedes Mal wünschte er sich, er hätte den Mut mitzumachen. „Die anderen haben so viel Spaß“, seufzte er. „Und ich stehe nur hier oben herum.“ Sein Pinguinherz wurde ganz schwer vor lauter Sehnsucht.
Seine Mama watschelte zu ihm. „Was ist los, mein Kleiner?“, fragte sie sanft. „Ich möchte so gern rutschen“, sagte Paul, „aber ich traue mich nicht.“ Mama lächelte. „Das verstehe ich. Aber weißt du was? Du musst nicht gleich den großen Hügel nehmen. Schau, dort drüben ist ein ganz kleiner. Fang einfach damit an.“
Paul schaute zum kleinen Hügel. Der sah wirklich nicht so schlimm aus. Vorsichtig watschelte er hinauf, legte sich auf den Bauch und – mit einem winzigen Schubser von Mama – glitt er den kleinen Hügel hinunter. Wusch! Schon war er unten. „Oh!“, machte Paul überrascht. „Das war ja gar nicht schlimm. Das war sogar lustig!“
Gleich noch einmal! Paul rutschte den kleinen Hügel wieder und wieder hinunter, und jedes Mal kicherte er lauter. Bald fühlte er sich richtig sicher. „Jetzt traue ich mich auch an den großen Hügel“, sagte er mutig. Sein Herz klopfte, aber diesmal vor Aufregung, nicht vor Angst.
Paul watschelte den großen Eishügel hinauf, holte tief Luft, warf sich auf den Bauch – und sauste hinab! Der Wind pfiff ihm um die Ohren, das Eis glitzerte, und Paul kreischte vor Vergnügen. „Juhuuu!“, rief er. „Das ist ja herrlich!“ Unten kamen die anderen Pinguinkinder jubelnd angewatschelt. „Du hast es geschafft, Paul!“
Den ganzen Tag rutschte Paul nun mit seinen Freunden um die Wette, immer mutiger und schneller. Am Abend, müde und überglücklich, kuschelte er sich ins warme Pinguinnest. „Ich musste nur mit einem kleinen Schritt anfangen“, dachte er stolz, „und schon war die Angst weg.“ Zufrieden schlief der kleine Pinguin ein. Schlaf gut, kleiner Paul.
