Im Eisland lebte ein kleiner Pinguin namens Pippo, der voller Energie steckte. Pippo zappelte den ganzen Tag herum: Er watschelte, hüpfte, rutschte und flitzte, immer in Bewegung. Stillsitzen? Das konnte Pippo überhaupt nicht. „Warum soll ich denn stillsitzen?“, fragte er. „Bewegung macht doch viel mehr Spaß!“
Doch manchmal wurde Pippos ständiges Gezappel zum Problem. Wenn die Pinguine sich abends zusammensetzten, um den Sonnenuntergang zu bewundern, hielt Pippo es keinen Moment still aus. Er rutschte hin und her, stupste die anderen an und verpasste die Ruhe und Schönheit des Abends. „Pippo, kannst du nicht einmal stillsitzen?“, seufzten die anderen.
Auch beim Einschlafen hatte Pippo Schwierigkeiten. Sein Körper war müde, doch sein Inneres zappelte weiter. Er wälzte sich hin und her und konnte einfach nicht zur Ruhe kommen. „Ich würde ja gern ruhig sein“, sagte er zu seiner Mama, „aber ich weiß gar nicht, wie das geht.“ Mama Pinguin lächelte verständnisvoll.
„Mein lieber Pippo“, sagte sie, „es ist wunderbar, dass du so voller Energie steckst. Aber ich zeige dir einen Trick, wie du auch zur Ruhe kommen kannst, wenn du möchtest. Es ist die Atem-Welle. Schau: Atme ganz langsam und tief ein, wie eine Welle, die ans Ufer rollt – und dann langsam wieder aus, wie die Welle, die zurückgleitet.“
Pippo versuchte es. Er atmete langsam ein, stellte sich eine sanfte Welle vor, und atmete langsam wieder aus. Ein … und aus. Ein … und aus. Zuerst zappelte es in ihm noch ein bisschen weiter. Doch mit jeder Atem-Welle wurde Pippo ein klein wenig ruhiger. Sein Zappeln wurde weniger, und sein Körper wurde angenehm schwer.
„Oh“, machte Pippo überrascht. „Ich werde ja ganz ruhig.“ Er übte die Atem-Welle weiter, und auf einmal konnte er still dasitzen und den wunderschönen Sonnenuntergang bewundern, der das Eis in warmes Orange und Rosa tauchte. „Das ist ja schön“, flüsterte er. „Das habe ich vorher nie richtig gesehen.“
Pippo lernte, dass es schön war, voller Energie zu sein und herumzutollen – aber dass es auch schön war, ab und zu zur Ruhe zu kommen. „Beides gehört dazu“, sagte Mama. „Toben und Ausruhen.“ Von da an konnte Pippo, wann immer er wollte, mit seiner Atem-Welle ruhig werden. Besonders beim Einschlafen half ihm das wunderbar.
Am Abend kuschelte sich Pippo ins warme Nest und machte seine Atem-Welle. Ein … und aus. Ein … und aus. Ganz langsam wurde er ruhig und müde und schwer. „Ich kann sogar stillsein, wenn ich will“, dachte er zufrieden. Und friedlich, ganz ohne Gezappel, schlief der kleine Pinguin ein. Schlaf gut, kleiner Pippo.
