Im weiten Eisland lebte der kleine Pinguin Pelle. Sein allerbester Freund war Pott, ein anderer kleiner Pinguin, mit dem er jeden Tag über die Eisschollen rutschte und im Meer planschte. Doch eines Tages musste Potts Familie weit weg in ein anderes Eisland ziehen. „Ich werde dich vermissen“, sagte Pelle traurig zum Abschied.
Ohne seinen Freund Pott war es im Eisland gar nicht mehr so schön. Pelle rutschte allein über die Schollen, doch es machte nur halb so viel Spaß. „Ob es Pott in seinem neuen Zuhause gut geht?“, fragte er sich oft. „Ob er mich auch vermisst?“ Pelle wünschte sich so sehr, er könnte mit seinem Freund sprechen.
Eines Tages hatte Pelle eine Idee. Am Strand fand er eine leere Flasche, die das Meer angespült hatte. „Was, wenn ich Pott einen Brief schreibe und ihn in der Flasche übers Meer schicke?“, dachte er aufgeregt. „Vielleicht treibt sie ja bis zu seinem neuen Eisland!“ Schnell watschelte er los, um alles vorzubereiten.
Pelle malte mit einem Stück Kohle ein schönes Bild auf ein Stück Rinde: sich und Pott, wie sie zusammen über die Eisschollen rutschten. Dazu kritzelte er kleine Pinguin-Zeichen, die „Ich vermisse dich, dein Freund Pelle“ bedeuteten. Dann steckte er die Botschaft in die Flasche, verschloss sie gut und watschelte zum Wasser.
Vorsichtig setzte Pelle die Flasche ins Meer. „Schwimm zu Pott“, flüsterte er und gab ihr einen kleinen Schubser. Die Wellen nahmen die Flasche mit und trugen sie hinaus aufs weite Meer, bis sie nur noch ein winziger Punkt am Horizont war. „Hoffentlich kommt sie an“, dachte Pelle und winkte ihr nach.
Viele Tage vergingen. Pelle wartete und hoffte. Und dann, eines Morgens, entdeckte er am Strand eine Flasche, die das Meer angespült hatte – eine andere Flasche! Aufgeregt öffnete er sie und fand darin ein Stück Rinde mit einem Bild: Pott, der fröhlich winkte, und dazu die Zeichen „Ich vermisse dich auch! Dein Freund Pott.“
Pelle hüpfte vor Freude. Pott hatte seinen Brief bekommen und zurückgeschrieben! Von da an schickten sich die beiden Freunde regelmäßig Flaschenpost über das Meer. Sie erzählten sich von ihren Abenteuern, malten sich Bilder und blieben so verbunden, auch wenn sie weit voneinander entfernt waren.
„Auch wenn ein Freund weit weg ist“, dachte Pelle glücklich, „kann die Freundschaft bleiben, wenn man in Kontakt bleibt.“ Am Abend kuschelte er sich zufrieden ins warme Nest, eine neue Flaschenpost schon in Gedanken. Während die Sterne über dem Eisland funkelten, schlief der kleine Pinguin glücklich ein. Schlaf gut, kleiner Pelle.
