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Der Osterhase Hoppel und das Mut-Ei

Mut machenab 5 4 Min.
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Es war Frühling im Hasental, und überall blühten bunte Blumen. Der kleine Osterhase Hoppel war ganz aufgeregt, denn heute war ein großer Tag: Zum ersten Mal durfte er ganz allein die Ostereier in den Gärten verstecken. Sein Korb war voll mit den schönsten bemalten Eiern.

„Du schaffst das, Hoppel“, sagte die Oma-Häsin und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. „Aber denk daran: Der Weg zu den Gärten führt durch den Dunkelwald. Sei tapfer.“ Hoppel schluckte. Der Dunkelwald! Dort war es schattig und still, und Hoppel hatte schon viel darüber gehört.

Fröhlich hoppelte er los, den Korb am Arm. Doch als der Weg in den Dunkelwald führte, wurde Hoppel langsamer. Zwischen den hohen Bäumen war es düster, und die Äste knarrten im Wind. „Vielleicht drehe ich lieber um“, dachte er und blieb zögernd stehen.

Doch dann dachte Hoppel an all die Kinder, die morgen früh voller Vorfreude nach Ostereiern suchen würden. „Wenn ich umkehre, finden sie nichts“, sagte er sich. „Das will ich nicht.“ Er holte tief Luft, drückte den Korb fest an sich und hoppelte mutig in den Dunkelwald hinein.

Mit jedem Schritt klopfte sein Herz, doch er ging weiter. Ein Ast knackte – Hoppel zuckte zusammen, blieb aber tapfer. Ein Schatten huschte vorbei – es war nur ein freundliches Reh, das ihm zunickte. „Guten Morgen, kleiner Osterhase“, sagte es. „Du bist aber mutig, so früh unterwegs.“ Das machte Hoppel ein bisschen stolz.

Je weiter Hoppel ging, desto mehr merkte er: Der Dunkelwald war gar nicht so unheimlich, wie er gedacht hatte. Vögel zwitscherten leise, weiche Moospolster federten unter seinen Pfoten, und durch die Blätter fielen erste goldene Sonnenstrahlen. „Eigentlich ist es hier sogar schön“, staunte Hoppel.

Endlich erreichte er die Gärten auf der anderen Seite. Mit Begeisterung versteckte er die Eier: eins hinter einem Blumentopf, eins unter einem Strauch, eins im weichen Gras. Er gab sich solche Mühe, dass es eine wahre Freude war. Als der Korb leer war, strahlte Hoppel über das ganze Gesicht.

Auf dem Rückweg durch den Dunkelwald hatte Hoppel gar keine Angst mehr. „Ich habe mich getraut“, dachte er stolz, „und jetzt kenne ich den Weg.“ Zu Hause erzählte er der Oma-Häsin aufgeregt von seinem Abenteuer, und sie drückte ihn fest. „Ich wusste, dass du es schaffst“, sagte sie.

Am Abend, als die Sonne über dem Hasental unterging, kuschelte sich Hoppel müde in sein Nest. Morgen früh würden die Kinder jubelnd seine Eier finden, und das machte ihn ganz glücklich. „Mutig sein lohnt sich“, dachte er und schlief zufrieden ein. Frohe Ostern, kleiner Hoppel. Schlaf gut.