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Der mutige Waldgeist und der Sturm

Mut machen · Freundschaftab 5 4 Min.
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Der kleine Waldgeist Birk war noch jung und nicht besonders mutig. Am liebsten kümmerte er sich in aller Ruhe um die kleinen Blumen und Käfer seines Waldstücks. Vor großen Aufgaben aber hatte er Respekt. „Ich bin doch nur ein kleiner Waldgeist“, dachte er oft. „Für die großen Dinge sind die anderen zuständig.“

Eines Abends aber zog ein heftiger Sturm auf. Der Himmel wurde schwarz, der Wind heulte, und die ersten Äste krachten zu Boden. Die Tiere des Waldes gerieten in Panik. „Der Sturm kommt!“, riefen sie. „Wo sollen wir nur hin?“ Besonders eine Familie kleiner Igel saß hilflos auf einer offenen Lichtung, mitten im tobenden Wind, und wusste nicht, wohin.

Birk sah die verängstigten Igel und spürte, wie sein Herz klopfte. „Ich müsste ihnen helfen“, dachte er. „Aber der Sturm ist so gefährlich. Was, wenn mir ein Ast auf den Kopf fällt? Ich bin doch nur klein.“ Einen Moment lang wollte er sich in seiner sicheren Mooshöhle verkriechen. Doch dann sah er die hilflosen kleinen Igel, und er wusste: Er musste handeln.

Birk fasste all seinen Mut zusammen und eilte hinaus in den Sturm. Der Wind zerrte an ihm, und Äste krachten ringsum zu Boden, doch Birk ließ sich nicht aufhalten. „Kommt mit mir!“, rief er den Igeln zu. „Ich kenne ein sicheres Versteck!“ Er führte die Igelfamilie zu einer geschützten Höhle unter den Wurzeln eines großen, starken Baumes, wo der Sturm ihnen nichts anhaben konnte.

„Hier seid ihr sicher“, sagte Birk und half jedem einzelnen Igel in die schützende Höhle. Doch dann fiel ihm ein, dass auch andere Tiere in Gefahr sein könnten. Trotz seiner Angst lief Birk noch einmal hinaus in den Sturm und suchte den ganzen Wald ab. Er fand ein verängstigtes Vogeljunges, eine Mäusefamilie und einen jungen Hasen und brachte sie alle in Sicherheit.

Die ganze Nacht über tobte der Sturm, doch dank Birks Mut waren alle Tiere seines Waldstücks sicher geborgen. Birk blieb bei ihnen, sprach ihnen Mut zu und wachte über sie, bis sich der Sturm endlich legte. Als am Morgen die Sonne wieder hervorkam, war der Wald zwar zerzaust, aber allen Tieren ging es gut.

„Birk, du hast uns gerettet!“, riefen die Tiere dankbar. „Du bist mitten in den Sturm gegangen, um uns zu helfen!“ Birk wurde ganz verlegen. „Ich hatte solche Angst“, gab er zu. Der alte Waldgeist, der herbeigekommen war, lächelte. „Genau das ist Mut“, sagte er. „Nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz der Angst das Richtige zu tun. Du warst sehr tapfer, Birk.“

Birk strahlte vor Stolz. Er hatte gar nicht gewusst, dass er so mutig sein konnte. „Ich dachte, für die großen Dinge sei ich zu klein“, sagte er. „Aber als es darauf ankam, habe ich einfach geholfen.“ Von diesem Tag an wusste Birk, dass auch ein kleiner Waldgeist im richtigen Moment ein großer Held sein kann.

Am Abend, müde von der langen, stürmischen Nacht, kuschelte sich Birk in seine Mooshöhle. „Heute war ich richtig mutig“, dachte er stolz, „und habe die Tiere gerettet.“ Der Mond schien durch die Blätter des nun wieder ruhigen Waldes, alles war friedlich, und stolz auf seinen Mut schlief der kleine Waldgeist Birk zufrieden ein. Schlaf gut, Birk. Gute Nacht.