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Der kleine Wolf und der verirrte Fuchs

Mut machen · Freundschaftab 5 4 Min.
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In den verschneiten Bergen lebte ein kleiner Wolf namens Nando. An einem kalten Wintertag, als Nando durch den Wald streifte, kam plötzlich dichtes Schneetreiben auf. Der Wind heulte, und die Schneeflocken wirbelten so dicht, dass man kaum die Pfote vor Augen sah. Nando wollte gerade zurück zu seinem warmen Bau, als er ein leises Wimmern hörte.

Nando spitzte die Ohren und folgte dem Geräusch. Im tiefen Schnee, zitternd und allein, kauerte ein winziger Fuchswelpe. Sein rotes Fell war voller Schnee, und er sah ganz verloren aus. „Hallo“, sagte Nando sanft. „Was machst du denn hier ganz allein im Schneesturm?“ Der kleine Fuchs schaute ihn mit großen, ängstlichen Augen an.

„Ich habe mich verlaufen“, schniefte der Fuchswelpe. „Ich wollte nur ein bisschen spielen, und dann kam der Sturm, und jetzt finde ich meinen Bau nicht mehr. Mir ist so kalt.“ Eine Träne gefror fast in seinem Fell. Nando zögerte keinen Augenblick. „Keine Sorge“, sagte er. „Ich helfe dir, nach Hause zu finden. Wo wohnst du denn?“

„Beim großen umgestürzten Baum am Bach“, zitterte der kleine Fuchs. Nando überlegte. Den umgestürzten Baum kannte er, aber im dichten Schneetreiben war der Weg dorthin gefährlich und schwer zu finden. Doch Nando wusste: Er konnte den kleinen Fuchs nicht im Sturm zurücklassen. „Steig auf meinen Rücken“, sagte er. „Bei mir ist es warm, und ich bringe dich hin. Halt dich gut fest.“

Der kleine Fuchs kletterte dankbar auf Nandos warmen, dichten Pelz und kuschelte sich in das wärmende Fell. Vorsichtig stapfte Nando durch den tiefen Schnee. Der Wind heulte, und der Schnee peitschte ihm ins Gesicht, doch Nando ließ sich nicht beirren. Mit seiner feinen Nase erschnüffelte er den Weg, den der kleine Fuchs allein nie gefunden hätte.

Schritt für Schritt kämpfte sich Nando durch das Schneetreiben. Manchmal versank er fast bis zum Bauch im Schnee, doch er gab nicht auf. Um den kleinen Fuchs zu beruhigen, erzählte er ihm Geschichten und sprach ihm Mut zu. „Bald sind wir da“, sagte er. „Halt nur durch, ich bringe dich sicher nach Hause.“

Endlich, nach einem langen, mühsamen Weg, tauchte der große umgestürzte Baum aus dem Schneegestöber auf. Und davor wartete schon die Fuchsmama, ganz krank vor Sorge. „Mein Kind!“, rief sie und stürzte herbei. Der kleine Fuchs sprang von Nandos Rücken und in die Arme seiner Mama. „Danke, lieber Wolf!“, rief die Fuchsmama gerührt. „Du hast mein Kind aus dem Schneesturm gerettet!“

Nando senkte bescheiden den Kopf. „Das macht man doch“, sagte er. „Ich konnte ihn doch nicht allein im Sturm lassen.“ Der kleine Fuchs drückte sich noch einmal an Nando. „Du bist mein Held“, sagte er. „Und mein Freund.“ Nando wurde ganz warm ums Herz – so warm, dass ihm die Kälte des Sturms gar nichts mehr ausmachte.

Am Abend, als der Sturm sich gelegt hatte und der Schnee friedlich und still lag, kuschelte sich Nando in seinen warmen Bau. „Heute habe ich jemanden gerettet“, dachte er stolz und zufrieden. Der Mond schien auf die weiße Winterlandschaft, alles war ruhig und still, und mit einem warmen, mutigen Herzen schlief der kleine Wolf Nando glücklich ein. Schlaf gut, Nando. Gute Nacht.