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Der kleine Waldgeist erwacht

Selbstvertrauen · Mut machenab 5 4 Min.
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Tief im grünen Wald lebten die Waldgeister – kleine, freundliche Wesen aus Moos, Blättern und Sonnenlicht, die über den Wald wachten. Sie sorgten dafür, dass die Bäume gesund blieben, die Blumen blühten und die Tiere genug zu fressen hatten. Eines Tages war es so weit: Der kleine Waldgeist Moos sollte zum ersten Mal seine eigene Aufgabe bekommen.

„Moos“, sagte der alte, weise Waldgeist, „du bist nun bereit. Ab heute wachst du über die kleine Lichtung am Bach. Pass gut auf die Pflanzen und Tiere dort auf.“ Moos war stolz – und ein bisschen ängstlich zugleich. „Eine ganze Lichtung?“, dachte er. „Was, wenn ich es nicht schaffe? Was, wenn ich etwas falsch mache? Ich bin doch noch so klein.“

Voller Sorge machte sich Moos auf den Weg zu seiner Lichtung. Gleich am ersten Tag bemerkte er, dass eine kleine Blume am Bachufer welk und durstig den Kopf hängen ließ. „Oh nein“, dachte Moos. „Was soll ich tun? Ich weiß ja gar nicht, wie man hilft.“ Er wäre fast verzweifelt. Doch dann erinnerte er sich: „Ruhig bleiben und nachdenken. Eine durstige Blume braucht Wasser.“

Vorsichtig schöpfte Moos mit einem Blatt etwas Wasser aus dem Bach und benetzte die durstige Blume. Und tatsächlich – langsam richtete sie sich wieder auf und öffnete dankbar ihre Blüte. „Danke, kleiner Waldgeist“, flüsterte die Blume. Moos strahlte. „Ich habe geholfen!“, freute er sich. „Ich kann das ja wirklich!“ Sein Mut wuchs ein kleines Stück.

Den ganzen Tag kümmerte sich Moos um seine Lichtung. Er half einem Käfer, der auf dem Rücken lag, wieder auf die Beine. Er sammelte für die Eichhörnchen heruntergefallene Nüsse zu einem Häufchen. Er stützte einen geknickten Grashalm. Mit jeder kleinen Tat, die ihm gelang, wurde Moos sicherer und stolzer. „Ich schaffe das“, sagte er sich, „eine Aufgabe nach der anderen.“

Am Abend war Moos müde, aber glücklich. Seine Lichtung erstrahlte in frischem Grün, die Blumen blühten, und die Tiere waren zufrieden. Der alte Waldgeist kam vorbei, um nachzuschauen. „Wunderbar hast du das gemacht, Moos“, lobte er. „Deine Lichtung war noch nie so schön und gesund. Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann.“

Moos strahlte vor Stolz. „Ich hatte am Anfang solche Angst“, gestand er. „Ich dachte, ich sei zu klein und unerfahren.“ Der alte Waldgeist lächelte. „Jeder Waldgeist hat am Anfang gezweifelt“, sagte er. „Aber du hast dich Schritt für Schritt herangetraut und nicht aufgegeben. So wächst man über sich hinaus.“ Moos nickte glücklich.

Von diesem Tag an wachte Moos voller Freude und Stolz über seine Lichtung. Er kannte bald jede Blume, jeden Baum und jedes Tier dort und kümmerte sich liebevoll um sie. Und die Lichtung am Bach wurde zur schönsten und gesündesten im ganzen Wald. Moos hatte gelernt, dass auch ein kleiner Waldgeist Großes vollbringen kann.

Am Abend, müde von seinem ersten Tag voller Verantwortung, kuschelte sich Moos in ein weiches Bett aus Moos und Blättern. „Heute habe ich meine erste Aufgabe gemeistert“, dachte er stolz. Der Mond schien durch die Blätter, der Wald rauschte leise, und stolz auf sich selbst schlief der kleine Waldgeist Moos zufrieden ein. Schlaf gut, Moos. Gute Nacht.