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Der kleine Vulkan, der zu heiß war

Gefühle (Wut/Angst) · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Auf einer kleinen Insel mitten im Meer lebte ein kleiner Vulkan namens Vito. Vito hatte ein großes Problem: Er war manchmal so voller Hitze und Glut, dass er sie nicht zurückhalten konnte. Dann brodelte und spuckte er Funken, und alle Tiere liefen erschrocken davon. „Niemand mag mich“, seufzte Vito traurig. „Ich bin einfach zu heiß.“

Wann immer sich Vito aufregte oder zu viel Glut in sich spürte, brach es aus ihm heraus – zisch und brodel und spuck. Die Vögel flatterten davon, die Krabben versteckten sich, und die Palmen wackelten erschrocken. „Ich will doch niemandem Angst machen“, dachte Vito betrübt. „Aber ich weiß nicht, wohin mit all meiner Hitze.“

Eines Tages kam eine weise alte Schildkröte vorbei, die schon viele Jahre auf der Insel lebte. „Lieber Vito“, sagte sie ruhig, „deine Glut ist nichts Schlechtes. Du musst nur lernen, sie zu bändigen, statt sie einfach herauszulassen. Wenn du spürst, dass es in dir brodelt, dann atme ganz langsam und tief, und lass die Hitze sanft und kontrolliert entweichen.“

Vito war skeptisch. „Aber wie soll das gehen?“ „Probier es“, sagte die Schildkröte. „Wenn du das nächste Mal die Glut spürst, dann puste sie ganz langsam aus, als kleiner, warmer Dampfstrahl – nicht alles auf einmal.“ Vito beschloss, es zu versuchen. Und tatsächlich: Als er das nächste Mal die Hitze in sich brodeln spürte, atmete er tief durch und ließ nur einen sanften, warmen Dampf entweichen. Zisch – ganz leise.

Es funktionierte! Statt einer wilden Eruption stieg nur ein sanfter, warmer Dampf aus Vito auf. Die Tiere liefen nicht weg. Im Gegenteil – die Krabben kamen näher. „Oh, wie angenehm warm“, sagten sie und wärmten sich an Vitos sanftem Dampf. Vito staunte. Seine Hitze, kontrolliert und sanft, war auf einmal etwas Schönes.

Von da an übte Vito jeden Tag, seine Glut zu bändigen. Und er entdeckte, dass seine Wärme vielen helfen konnte: An kalten Nächten wärmte sein sanfter Dampf die frierenden Tiere. Sein warmes Wasser ließ Pflanzen besonders schön wachsen. Bald kamen alle gern zu Vito, um sich an seiner gebändigten Wärme zu erfreuen.

„Siehst du“, sagte die weise Schildkröte, „deine Glut ist ein Geschenk, wenn du sie zu lenken weißt.“ Vito war glücklich. Er war nicht mehr der gefürchtete Vulkan, sondern der wärmende Freund der ganzen Insel. „Ich muss meine Hitze nicht unterdrücken“, dachte er, „nur sanft mit ihr umgehen.“

Am Abend, als die Sonne über dem Meer versank, ließ Vito einen letzten, sanften Dampf in die kühle Nachtluft steigen, der die Insel angenehm wärmte. Zufrieden und ruhig brodelte er nur noch ganz leise vor sich hin. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, dachte Vito und kam langsam zur Ruhe. Schlaf gut, kleiner Vito.