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Der kleine Tiger und seine Streifen

Selbstvertrauenab 3 3 Min.
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Im warmen Dschungel lebte ein kleiner Tiger namens Tobi. Tobi hatte ein wunderschönes orangefarbenes Fell mit schwarzen Streifen. Doch Tobi war damit nicht zufrieden. „Meine Streifen sind so komisch“, seufzte er. „Der Leopard hat hübsche Punkte, und der Panther ist ganz glänzend schwarz. Nur ich habe diese Streifen.“

Tobi versuchte sogar, seine Streifen im Fluss abzuwaschen. Er rieb und schrubbte, doch natürlich blieben die Streifen, wo sie waren. „Ich werde sie nie los“, klagte er traurig und ließ den Kopf hängen. „Ich sehe einfach nicht so schön aus wie die anderen.“

Seine Mama hörte das und legte sanft eine Pfote um ihn. „Ach, mein Kleiner“, sagte sie. „Du weißt gar nicht, wie besonders deine Streifen sind. Komm, ich zeige dir etwas.“ Sie führte Tobi zu einer Stelle, wo das hohe Gras im Wind wogte, und sagte: „Stell dich einmal mitten hinein und halt ganz still.“

Tobi tat, wie ihm geheißen, und stellte sich ins hohe, gestreifte Gras. Und auf einmal geschah etwas Erstaunliches: Seine schwarzen Streifen verschmolzen mit den Schatten der Grashalme, sein oranges Fell mit dem Sonnenlicht. Tobi war fast unsichtbar geworden! „Wo bin ich denn?“, lachte er verblüfft.

„Siehst du“, sagte Mama stolz. „Deine Streifen sind ein Tarnkleid. Im hohen Gras kann dich kaum jemand entdecken. Kein Leopard und kein Panther kann sich so gut verstecken wie du. Deine Streifen sind eine ganz besondere Gabe.“ Tobi staunte und betrachtete seine Streifen mit neuen Augen.

„Meine Streifen sind also gar nicht komisch“, sagte er, „sondern richtig nützlich?“ „Genau“, schnurrte Mama. „Und außerdem sehen sie wunderschön aus. Es gibt keinen einzigen Tiger auf der Welt, der genau dasselbe Streifenmuster hat wie du. Du bist einzigartig.“ Tobi reckte sich stolz.

Von da an liebte Tobi seine Streifen. Er spielte Verstecken im hohen Gras und gewann jedes Mal, weil ihn niemand fand. Die anderen Tiere staunten über sein tolles Tarnkleid. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, sagte Tobi zufrieden und ringelte stolz seinen gestreiften Schwanz.

Am Abend kuschelte sich Tobi neben seine Mama ins weiche Gras. Er betrachtete noch einmal glücklich seine schönen Streifen, bevor seine Augen zufielen. „Meine Streifen machen mich besonders“, dachte er und schlief zufrieden ein, gut versteckt und geborgen im hohen Gras. Schlaf gut, kleiner Tobi.