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Der kleine Specht, der seinen Takt fand

Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Im Buchenwald lebte eine Familie von Spechten, und der jüngste war der kleine Specht Picco. Spechte klopfen mit ihrem Schnabel an die Bäume, um Käfer zu finden und sich zu verständigen. Die großen Spechte klopften rasend schnell: ratatatatat! Doch der kleine Picco bekam das einfach nicht hin.

Wenn Picco klopfte, klang es langsam und gleichmäßig: klopf … klopf … klopf. „Schneller, Picco!“, riefen die anderen. „Ein richtiger Specht klopft ratatatat!“ Picco strengte sich an, doch sein Klopfen blieb langsam. „Ich bin wohl kein richtiger Specht“, dachte er traurig und ließ den Kopf hängen.

Beschämt zog sich Picco an einen einsamen Baum am Waldrand zurück. Dort klopfte er leise vor sich hin, in seinem eigenen, ruhigen Takt: klopf … klopf … klopf-klopf … klopf. Es klang fast wie eine kleine Melodie. Picco merkte gar nicht, dass ihm jemand zuhörte.

Es war die alte Eule, die in dem Baum wohnte. „Was für ein schöner Rhythmus, kleiner Specht“, sagte sie freundlich. „Das war doch nur mein langsames Klopfen“, sagte Picco verlegen. „Ich kann nicht schnell wie die anderen.“ Die Eule lächelte. „Aber dein Takt ist so angenehm und ruhig. Hör nur – die anderen Tiere mögen ihn.“

Tatsächlich hatten sich um Piccos Baum schon einige Tiere versammelt. „Spiel weiter“, baten sie. „Dein ruhiges Klopfen ist so beruhigend.“ Picco klopfte staunend weiter, in seinem eigenen Takt, und die Tiere wiegten sich sanft dazu. Ein Eichhörnchen schloss sogar verträumt die Augen. „Das ist ja wie Musik“, sagte es.

Picco verstand: Sein langsames Klopfen war gar kein Fehler. Es war etwas ganz Besonderes – ein ruhiger, schöner Takt, den kein anderer Specht so konnte. „Ich muss gar nicht schnell sein“, sagte er staunend. „Ich habe meinen eigenen Takt.“ Sein Herz wurde ganz warm vor Stolz.

Von da an war Picco der beliebteste Specht im ganzen Wald. Jeden Abend, wenn die Tiere zur Ruhe kommen wollten, klopfte er ihnen seinen sanften, ruhigen Takt vor, und alle lauschten entspannt. Picco hatte seinen Platz gefunden – nicht trotz, sondern wegen seines besonderen Rhythmus.

Am Abend ließ sich Picco zufrieden in seiner Baumhöhle nieder und klopfte sich selbst ganz leise in den Schlaf: klopf … klopf … klopf. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, dachte er glücklich. Und während sein sanfter Takt langsam verstummte, schlief der kleine Specht zufrieden ein. Schlaf gut, kleiner Picco.