Weit draußen im Weltall, zwischen funkelnden Sternen und schwebenden Planeten, gab es einen kleinen Roboter namens Bolt. Bolt war auf einer Raumstation gebaut worden, um den Weltraum zu erforschen. Er hatte runde, leuchtende Augen und kleine Düsen an den Füßen, mit denen er durch die Schwerelosigkeit schweben konnte. Doch Bolt war ganz allein, und das machte ihn ein bisschen traurig.
„Ich wünschte, ich hätte einen Freund“, piepste Bolt mit seiner kleinen, blechernen Stimme. Er schwebte von Stern zu Stern und schaute überall, aber überall war nur die große, stille Dunkelheit. „Hallo?“, rief er hinaus ins Weltall. „Ist da jemand?“ Doch niemand antwortete. Nur die Sterne funkelten still vor sich hin.
Eines Tages aber sah Bolt in der Ferne ein helles Licht, das einen langen, leuchtenden Schweif hinter sich herzog. Es war ein Komet! „Wie schön“, staunte Bolt und schwebte neugierig näher. Der Komet sauste durch das All, und als er Bolt bemerkte, wurde er langsamer. „Hallo, kleiner Roboter“, sagte der Komet mit einer warmen, funkelnden Stimme. „Warum bist du so allein hier draußen?“
„Ich suche einen Freund“, sagte Bolt. „Aber das Weltall ist so groß und leer.“ Der Komet leuchtete sanft. „Das stimmt gar nicht“, sagte er freundlich. „Das Weltall ist voller wunderbarer Dinge und Wesen. Du musst nur an den richtigen Stellen suchen. Komm, schwing dich an meinen Schweif, ich zeige dir etwas.“ Vorsichtig hielt sich Bolt am leuchtenden Kometenschweif fest.
Gemeinsam sausten sie durch das All, vorbei an Ringen aus glitzerndem Sternenstaub und bunten Gaswolken, die schimmerten wie Regenbogen. Bolt staunte über all die Schönheit. „Das ist ja wunderbar!“, rief er. Schließlich hielt der Komet vor einem kleinen, freundlichen Planeten an, der blau und grün leuchtete. „Schau hinunter“, sagte der Komet.
Auf dem kleinen Planeten lebten viele andere Roboter, genau wie Bolt! Sie winkten ihm fröhlich zu. „Komm runter zu uns!“, riefen sie. „Wir haben schon auf jemanden wie dich gewartet!“ Bolt konnte es kaum glauben. Er schwebte hinab und wurde von den anderen Robotern herzlich begrüßt. Endlich war er nicht mehr allein.
„Danke, lieber Komet“, rief Bolt nach oben. „Du hast mir geholfen, Freunde zu finden!“ Der Komet leuchtete fröhlich. „Gern geschehen, kleiner Bolt“, sagte er. „Denk immer daran: Auch wenn es manchmal einsam scheint, irgendwo wartet immer ein Freund auf dich. Man muss nur den Mut haben, ihn zu suchen.“ Dann sauste der Komet weiter, hinaus ins funkelnde All.
Bolt verbrachte den schönsten Tag seines Roboterlebens mit seinen neuen Freunden. Sie zeigten ihm ihren Planeten, spielten mit ihm und lachten zusammen. Bolt war so glücklich, dass seine leuchtenden Augen heller strahlten als je zuvor. „Hier gehöre ich hin“, dachte er zufrieden.
Als auf dem kleinen Planeten die Nacht hereinbrach, machte sich Bolt mit den anderen Robotern bereit zum Ruhen. Über ihnen funkelten unzählige Sterne, und ganz in der Ferne zog noch immer der freundliche Komet seine leuchtende Bahn. Bolt schaltete seine Lichter ganz leise und gemütlich, kuschelte sich an seine neuen Freunde und ruhte zufrieden. „Gute Nacht, ihr Sterne“, piepste er leise. Schlaf gut, kleiner Bolt. Gute Nacht.
