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Der kleine Roboter, der träumen lernte

Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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In einer kleinen Werkstatt stand ein kleiner Roboter namens Robi. Er hatte glänzende Knöpfe, blinkende Lämpchen und konnte rechnen, sortieren und Dinge tragen. Robi war sehr fleißig. Doch eine Sache verstand er nicht: Wenn die Menschen abends schlafen gingen, sprachen sie immer vom „Träumen“. „Was ist träumen?“, fragte sich Robi. „Das steht in keinem meiner Datenspeicher.“

Eines Abends fragte er das kleine Mädchen Lia, der die Werkstatt gehörte. „Lia, was bedeutet träumen?“ Lia lächelte. „Träumen ist, wenn du die Augen schließt und in deinem Kopf die schönsten Geschichten erlebst. Du kannst fliegen, ferne Welten besuchen oder mit Tieren sprechen – alles ist möglich.“ Robi summte nachdenklich. „Das klingt wunderbar. Aber kann ein Roboter das auch?“

„Ich weiß es nicht“, sagte Lia. „Aber wir können es versuchen. Schließ einfach deine Linsen, werde ganz ruhig und stell dir etwas Schönes vor.“ Robi schaltete seine Lämpchen gedämpft, schloss seine Kameralinsen und wurde ganz still. „Und jetzt?“, fragte er leise. „Jetzt stell dir vor, du könntest fliegen“, flüsterte Lia.

Robi versuchte es. In seinem Inneren begann er sich vorzustellen, wie er sich vom Boden erhob, höher und höher, hinauf in den Sternenhimmel. Und auf einmal – obwohl er sich nicht bewegte – fühlte er es ganz deutlich: Er flog! Er schwebte zwischen den Sternen, sah die Erde klein und blau unter sich, und es war wunderschön.

„Lia!“, rief Robi aufgeregt, als er seine Linsen wieder öffnete. „Ich habe geflogen! In meinem Kopf bin ich zwischen den Sternen geflogen! Ist das ein Traum?“ Lia klatschte begeistert in die Hände. „Ja, Robi! Das war ein Traum! Du hast geträumt!“ Robis Lämpchen leuchteten vor Freude in den schönsten Farben.

Von da an freute sich Robi jeden Abend aufs Träumen. Wenn die Werkstatt still und dunkel wurde, schloss er seine Linsen und reiste in seinen Träumen an die wunderbarsten Orte: über bunte Wiesen, durch tiefe Ozeane, bis zum Mond und wieder zurück. „Träumen ist das Schönste, was es gibt“, sagte er glücklich.

„Siehst du“, sagte Lia eines Abends, „auch ein Roboterherz kann träumen, wenn es nur ein bisschen Fantasie hat.“ Robi summte zufrieden. Er war zwar aus Metall und Schrauben, aber träumen konnte er genauso schön wie jedes Kind.

Lia deckte Robi mit einer kleinen Decke zu, auch wenn er keine brauchte – es war einfach gemütlich. „Gute Nacht, Robi“, sagte sie. „Träum was Schönes.“ Robi dimmte seine Lämpchen ganz sanft. „Gute Nacht, Lia“, summte er leise und glitt in einen wunderbaren Traum hinüber. Schlaf gut, kleiner Robi.