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Der kleine Riese Bo

Selbstvertrauen · Mut machenab 7 5 Min.
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In einem Tal zwischen hohen Bergen lebte ein Volk von Riesen. Sie waren gewaltig groß, konnten mühelos Felsen heben und über breite Flüsse steigen. Nur einer war anders: der junge Riese Bo. Bo war der kleinste Riese, den es je gegeben hatte – kaum größer als ein ausgewachsener Baum.

„So ein winziger Riese“, lachten die anderen manchmal. „Du kannst ja kaum einen Felsbrocken heben.“ Bo wurde traurig. Er versuchte, sich größer zu machen, reckte und streckte sich, doch es half nichts. „Ich bin zu klein, um ein richtiger Riese zu sein“, seufzte er. „Mich braucht doch niemand.“

Eines Tages zog ein heftiges Unwetter über das Tal. Der Regen prasselte tagelang, und der große Fluss schwoll bedrohlich an. Schließlich brach ein reißender Strom durch und drohte, das Dorf der Menschen am Fuße des Berges zu überfluten. Die Menschen schrien um Hilfe.

Die großen Riesen eilten herbei, um zu helfen. Doch das Loch im Damm, durch das das Wasser schoss, war schmal und tief – viel zu eng für ihre riesigen Hände. „Wir kommen nicht heran“, riefen sie verzweifelt. „Unsere Arme sind zu dick für die enge Lücke.“ Das Wasser stieg und stieg.

Da trat Bo vor. „Lasst mich es versuchen“, sagte er. „Meine Hände sind kleiner. Vielleicht passe ich hindurch.“ Die großen Riesen schauten überrascht, dann machten sie ihm Platz. Bo kniete sich an den Damm und schob seinen Arm in die enge Lücke – und tatsächlich, er passte genau hinein.

Mit aller Kraft tastete Bo nach dem Felsbrocken, der sich gelöst hatte, und schob ihn zurück an seinen Platz. Es war schwere Arbeit, und das kalte Wasser zerrte an ihm, doch Bo gab nicht auf. Mit einem letzten kräftigen Stoß saß der Stein wieder fest, und der Strom versiegte. Der Damm hielt. Das Dorf war gerettet.

Die Menschen jubelten, und die großen Riesen klopften Bo stolz auf die Schulter. „Bo, du hast uns alle gerettet!“, riefen sie. „Mit deinen kleinen Händen hast du geschafft, was wir Großen nicht konnten.“ Bo war überwältigt. Zum ersten Mal fühlte er sich nicht zu klein, sondern genau richtig.

Der Älteste der Riesen sprach: „Siehst du, Bo, jeder von uns hat seine eigene Stärke. Du bist nicht zu klein. Du bist genau so, wie du sein musst – und heute hat uns gerade deine Größe gerettet.“ Bo lächelte stolz, und in seinem Herzen fühlte er sich so groß wie der höchste Berg.

Am Abend, nach einem großen Dankesfest, legte sich Bo zufrieden in sein Tal. Die Sterne funkelten über den Bergen, und das gerettete Dorf leuchtete friedlich im Tal. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, dachte Bo glücklich, schloss die Augen und schlief tief und zufrieden ein. Schlaf gut, kleiner großer Bo.