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Der kleine Panda und der hohe Bambus

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 4 Min.
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In einem nebligen Bambuswald in den Bergen lebte ein kleiner Panda namens Pan. Pan liebte Bambus über alles – am liebsten die zarten, saftigen Blätter, die ganz oben an den hohen Halmen wuchsen. Doch genau dort hinaufzuklettern, das traute sich Pan nicht. Die Bambushalme waren so hoch und schwankten im Wind, und der Boden war so weit unten.

„Komm rauf, Pan!“, riefen die anderen jungen Pandas, die geschickt in den Halmen kletterten und sich die besten Blätter schmecken ließen. „Hier oben ist es am schönsten!“ Pan schaute hinauf und schluckte. „Ich bleib lieber unten“, sagte er und knabberte an den trockenen Blättern am Boden, während die anderen oben schmausten.

Am Abend erzählte Pan seiner Mama von seinem Kummer. „Alle klettern so hoch, nur ich nicht“, seufzte er. „Ich habe Angst, dass ich falle.“ Mama Panda streichelte ihn sanft. „Weißt du, Pan“, sagte sie, „jeder Panda hatte am Anfang Angst vor dem Klettern. Du musst nicht gleich nach ganz oben. Fang ganz unten an, ein kleines Stück nach dem anderen, dann wächst dein Mut von selbst.“

Am nächsten Morgen nahm sich Pan ein Herz. Er suchte sich einen dicken, kräftigen Bambushalm und kletterte das erste kleine Stück hinauf, nur bis zum ersten Ansatz. Seine Pfoten umklammerten den Halm fest. „Das halte ich aus“, dachte er überrascht und sprang wieder hinunter. „Das war ja gar nicht schlimm.“

Tag für Tag kletterte Pan ein kleines Stückchen höher. Erst bis zum ersten Knoten, dann bis zum zweiten, dann bis zur Hälfte. Manchmal rutschte eine Pfote ab, doch er hielt sich fest und kletterte einfach weiter. Mit jedem Stück, das er schaffte, wurde sein Bauchkribbeln kleiner und seine Freude größer.

Eines Tages dann war es so weit. Pan kletterte höher und höher, Knoten für Knoten, ganz ruhig und sicher, bis er endlich die Spitze des hohen Bambus erreichte. Dort oben, zwischen den zarten grünen Blättern, hielt er inne und schaute sich um. Unter ihm breitete sich der ganze neblige Bambuswald aus, und über ihm wiegten sich die Halme sanft im Wind.

„Ich hab es geschafft!“, rief Pan voller Stolz. Er pflückte sich die saftigsten, zartesten Blätter, die er je gegessen hatte, und sie schmeckten herrlich. Die anderen jungen Pandas kletterten herbei. „Toll, Pan!“, riefen sie. „Du traust dich ja jetzt ganz nach oben!“ Pan strahlte über das ganze runde Gesicht.

Von diesem Tag an kletterte Pan jeden Tag fröhlich in den Bambus. Seine Angst war einer mutigen Freude gewichen. „Ich musste nur klein anfangen“, dachte er stolz, „und durfte nicht aufgeben.“ Manchmal half er sogar den ganz kleinen Pandas, ihre ersten Kletterversuche zu machen, genau wie seine Mama es bei ihm getan hatte.

Am Abend, müde und satt, kuschelte sich Pan an seine Mama in die weiche Astgabel. „Heute war ich richtig mutig“, sagte er verschlafen und stolz. „Das warst du, mein Schatz“, schnurrte Mama. Der Nebel legte sich sanft über den Bambuswald, die Halme wiegten sich leise im Abendwind, und stolz auf seinen Mut schlief der kleine Panda Pan zufrieden ein. Schlaf gut, Pan. Gute Nacht.