Tief unter einer grünen Wiese, in einem gemütlichen Gängenetz, wohnte der kleine Maulwurf Molli. Heute hatte Molli Geburtstag, und er freute sich riesig. Doch als er am Morgen seine Freunde traf, schien niemand daran zu denken. Der Regenwurm grüßte nur kurz, die Maus hatte es eilig, und der Käfer huschte vorbei.
„Haben sie meinen Geburtstag etwa vergessen?“, dachte Molli traurig und buddelte allein durch seine Gänge. „Dabei habe ich mich so gefreut.“ Den ganzen Vormittag fühlte er sich ein bisschen einsam. Niemand gratulierte ihm, und keiner hatte Zeit. Molli ließ die kleine Schnauze hängen.
Am Nachmittag kam die Maus angelaufen. „Molli“, rief sie aufgeregt, „komm schnell! Am Ende des großen Gangs ist etwas Seltsames passiert. Du musst dir das ansehen!“ Molli seufzte. „Na gut“, brummte er und folgte der Maus durch die dunklen Gänge zum großen Tunnel am Ende seines Baus.
Doch als Molli um die letzte Ecke bog, traute er seinen kleinen Augen nicht. Der ganze Gang war festlich geschmückt mit leuchtenden Glühwürmchen, kleinen Wurzelgirlanden und glänzenden Steinchen. Und überall standen seine Freunde: die Maus, der Regenwurm, der Käfer, die Spinne. „ÜBERRASCHUNG! Alles Gute zum Geburtstag, Molli!“, riefen sie alle.
Molli war sprachlos vor Freude. „Ihr habt meinen Geburtstag also doch nicht vergessen!“, rief er gerührt. „Aber natürlich nicht!“, lachte die Maus. „Wir mussten doch heimlich alles vorbereiten. Deshalb hatten wir heute Morgen so wenig Zeit – wir haben den ganzen Tag deine Überraschung gebaut!“
Es wurde das schönste Geburtstagsfest, das Molli je erlebt hatte. Es gab einen Kuchen aus seinen Lieblingswurzeln, die Glühwürmchen leuchteten in den schönsten Farben, und alle Freunde tanzten und lachten gemeinsam in den unterirdischen Gängen. Molli strahlte über das ganze Gesicht.
„Ich dachte schon, niemand hätte an mich gedacht“, gestand Molli. „Dabei habt ihr euch den ganzen Tag heimlich Mühe gegeben.“ Er war so dankbar für seine wunderbaren Freunde. „Das ist das schönste Geschenk“, sagte er. „Dass ihr alle für mich da seid.“ Seine Freunde drückten ihn von allen Seiten.
Spät am Abend, nach dem fröhlichen Fest, kuschelte sich Molli glücklich und müde in sein weiches Erdnest. In seinem Herzen war es ganz warm. „Was für ein wunderbarer Geburtstag“, dachte er dankbar und schloss zufrieden die Augen. Schlaf gut, kleiner Molli.
