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Der kleine Löwe und die große Mähne

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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In der weiten Savanne lebte ein kleiner Löwe namens Milo. Milo bewunderte die großen Löwen mit ihren prächtigen, wuscheligen Mähnen, die im Wind wehten. „Wann bekomme ich endlich auch so eine große Mähne?“, fragte Milo seine Mama jeden Tag. „Hab Geduld, mein Schatz“, sagte sie. „Deine Mähne wächst, wenn du älter wirst. Alles zu seiner Zeit.“

Doch Milo wollte nicht warten. Er fühlte sich klein und unbedeutend mit seinem flauschigen, mähnenlosen Köpfchen. „Ohne Mähne bin ich doch kein richtiger Löwe“, dachte er traurig. Eines Tages versuchte er sogar, sich aus trockenem Gras eine Mähne zu basteln und sie sich um den Hals zu legen. Doch das Gras kitzelte fürchterlich und fiel ständig herunter, und die anderen jungen Tiere kicherten.

Beschämt warf Milo das Gras weg und verkroch sich. „Ich werde nie ein richtiger Löwe sein“, schniefte er. Da kam der weise alte Löwe vorbei, der die größte und prächtigste Mähne der ganzen Savanne hatte. „Was ist los, kleiner Milo?“, fragte er freundlich. „Ich habe noch keine Mähne“, klagte Milo. „Ich bin doch gar kein echter Löwe.“

Der alte Löwe setzte sich neben ihn und lächelte. „Weißt du, Milo“, sagte er, „was einen echten Löwen ausmacht, ist nicht seine Mähne. Eine Mähne ist nur Haar. Was einen echten Löwen ausmacht, das trägt er in seinem Herzen: Mut, Freundlichkeit und ein starker Wille. Und das alles hast du schon jetzt, auch ohne Mähne.“

„Wirklich?“, fragte Milo. „Wirklich“, sagte der alte Löwe. „Ich habe gesehen, wie du gestern dem kleinen Erdmännchen geholfen hast, das feststeckte. Das war mutig und freundlich. Genau das macht einen großen Löwen aus – nicht die Mähne.“ Milo dachte über diese Worte nach, und ein warmes Gefühl breitete sich in ihm aus.

„Deine Mähne kommt, wenn es Zeit ist“, fuhr der alte Löwe fort. „Aber du musst nicht darauf warten, um stolz auf dich zu sein. Du bist schon jetzt ein echter Löwe, mit einem mutigen, guten Herzen.“ Milo hob den Kopf, und zum ersten Mal schämte er sich nicht mehr für sein mähnenloses Köpfchen.

Von diesem Tag an war Milo nicht mehr traurig über seine fehlende Mähne. Er wusste jetzt, dass er auch ohne sie schon ein wertvoller, echter Löwe war. Er half, wo er konnte, war mutig und freundlich, und alle Tiere der Savanne mochten ihn. „Meine Mähne wächst, wenn sie so weit ist“, sagte er gelassen. „Und bis dahin bin ich genau richtig, so wie ich bin.“

Und tatsächlich – mit der Zeit, ganz langsam, begann an Milos Hals ein erstes, weiches Mähnenhaar zu sprießen. Doch da hatte Milo längst gelernt, dass es darauf gar nicht ankam. Er freute sich darüber, aber er brauchte die Mähne nicht mehr, um stolz auf sich zu sein.

Am Abend, als die Sonne rot über der Savanne unterging, legte sich Milo zufrieden neben seine Mama ins warme Gras. „Ich bin schon jetzt ein echter Löwe“, sagte er stolz und gähnte. „Das bist du, mein Schatz“, schnurrte Mama. Die Sterne kamen über der Savanne hervor, ein warmer Wind strich durchs Gras, und glücklich mit sich selbst schlief der kleine Löwe Milo ein. Schlaf gut, Milo. Gute Nacht.