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Der kleine Kobold und der Schabernack

Gefühle (Wut/Angst) · Freundschaftab 5 4 Min.
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Tief im Wald, unter den Wurzeln einer alten Eiche, wohnte ein kleiner Kobold namens Wuppi. Wuppi war ein fröhlicher kleiner Kerl mit roten Haaren und einer grünen Zipfelmütze, und am allerliebsten trieb er Schabernack. Er versteckte die Nüsse der Eichhörnchen, kitzelte schlafende Igel an der Nase und ließ den Tau von den Blättern auf die Köpfe der Mäuse tropfen. „Hihi“, kicherte Wuppi dann vergnügt.

Die meisten Streiche waren harmlos und lustig, und oft lachten die Waldtiere sogar mit. Doch eines Tages dachte sich Wuppi einen besonders großen Streich aus. Die fleißige Ameise hatte den ganzen Tag Körnchen zu einem schönen Haufen getragen. „Hihi“, kicherte Wuppi, „den blase ich einfach um!“ Und mit einem kräftigen Pusten wirbelte er den ganzen Ameisenhaufen durcheinander.

Doch statt zu lachen, fing die kleine Ameise an zu weinen. „Oh nein“, schluchzte sie. „Den ganzen Tag habe ich gearbeitet, und jetzt ist alles durcheinander. Jetzt muss ich wieder von vorn anfangen.“ Wuppi erschrak. Das hatte er nicht gewollt. Sein Streich hatte die kleine Ameise nicht zum Lachen gebracht, sondern richtig traurig gemacht. Ein ungutes Gefühl breitete sich in Wuppis Bauch aus.

„Es … es tut mir leid“, sagte Wuppi kleinlaut. „Ich wollte dich nicht traurig machen. Ich dachte, es wäre nur ein lustiger Streich.“ Die Ameise wischte sich die Tränen ab. „Für dich vielleicht“, sagte sie. „Aber für mich war es meine ganze Arbeit.“ Wuppi schämte sich. Zum ersten Mal merkte er, dass ein Streich, der dem einen lustig vorkam, dem anderen wehtun konnte.

Wuppi überlegte nicht lange. „Ich mache es wieder gut“, sagte er entschlossen. Und so half er der kleinen Ameise, Körnchen für Körnchen wieder einzusammeln und einen noch schöneren Haufen aufzubauen als zuvor. Es war viel Arbeit, aber Wuppi gab nicht auf, bis alles wieder in Ordnung war. „So“, sagte er schließlich, „jetzt ist dein Haufen sogar noch größer.“

Die kleine Ameise strahlte. „Danke, Wuppi“, sagte sie. „Dass du mir geholfen hast, das war sehr lieb von dir.“ Wuppi wurde ganz warm ums Herz. Das gute Gefühl, jemandem geholfen zu haben, war viel schöner als das Kichern über einen gemeinen Streich. „Weißt du was?“, sagte Wuppi. „Ich treibe ab jetzt nur noch Schabernack, über den alle lachen können – auch der, dem der Streich gilt.“

Von diesem Tag an war Wuppi ein Kobold mit gutem Herzen. Er trieb weiterhin gern Schabernack, denn das machte einfach Spaß. Aber er passte nun auf, dass seine Streiche niemanden traurig machten. Er ließ lustige Seifenblasen aus den Pilzen steigen, kitzelte die Tiere zum Lachen und zauberte fröhliche Überraschungen. Und alle Waldtiere lachten mit ihm.

„Ein guter Streich“, sagte Wuppi nun immer, „ist einer, über den alle lachen können.“ Die Waldtiere mochten ihn jetzt noch viel lieber, denn sein fröhlicher Schabernack brachte allen Freude, ohne jemanden zu verletzen. Wuppi war stolz darauf, ein lustiger Kobold mit einem guten Herzen zu sein.

Am Abend, müde von all dem fröhlichen Schabernack, kuschelte sich Wuppi unter die Wurzeln der alten Eiche in sein weiches Moosbett. „Heute habe ich gelernt, Streiche mit gutem Herzen zu machen“, dachte er zufrieden. Der Mond schien durch die Blätter, der Wald rauschte leise, und mit einem warmen, fröhlichen Herzen schlief der kleine Kobold Wuppi zufrieden ein. Schlaf gut, Wuppi. Gute Nacht.