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Der kleine Hase und der mutige Hopser

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 4 Min.
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Am Rand einer großen Wiese lebte ein kleiner Hase namens Flausch. Flausch konnte schon richtig schnell hoppeln und hohe Haken schlagen. Doch eine Sache machte ihm Angst: der breite Graben, der die Wiese vom schönen Klee-Feld auf der anderen Seite trennte. Alle großen Hasen sprangen mühelos hinüber. Flausch aber blieb jedes Mal zögernd am Rand stehen.

„Komm, Flausch, spring!“, riefen die anderen Hasen von drüben, wo der saftigste Klee wuchs. „Es ist gar nicht so weit!“ Flausch schaute über den breiten Graben und schluckte. „Was, wenn ich nicht weit genug springe?“, dachte er. „Was, wenn ich in den Graben falle?“ Also nahm er lieber jedes Mal den langen Umweg, während die anderen schon längst beim Klee waren.

Eines Tages kam seine große Schwester Mira zu ihm. „Hast du Angst vor dem Graben?“, fragte sie sanft. Flausch nickte. „Er ist so breit.“ Mira lächelte. „Weißt du was? Du springst doch schon so schön weit über die Maulwurfshügel. Der Graben ist gar nicht breiter als die. Du musst nur an dich glauben. Komm, ich zeige es dir, und ich bin direkt bei dir.“

Mira hoppelte mit Flausch zu einer schmaleren Stelle des Grabens. „Wir fangen hier an, wo er enger ist“, sagte sie. „Nimm ein bisschen Anlauf, und dann hopps – einfach hinüber.“ Flausch holte tief Luft, hoppelte los und sprang – und landete sicher auf der anderen Seite! „Oh!“, rief er überrascht. „Ich hab's geschafft!“ „Siehst du?“, jubelte Mira. „Du kannst das!“

Mutig geworden, wagte sich Flausch nun an breitere Stellen. Mit jedem Sprung wurde sein Vertrauen größer und seine Angst kleiner. Schließlich stand er vor der breitesten Stelle, dort, wo die anderen Hasen sprangen. Sein Herz klopfte, aber diesmal lächelte er. „Ich schaff das“, sagte er fest. Er nahm Schwung, hoppelte los – und flog in einem großen, mutigen Bogen über den breiten Graben.

Weich landete Flausch im saftigen Klee auf der anderen Seite. „Ich hab's geschafft!“, rief er, so laut er konnte. „Ich bin über den großen Graben gesprungen!“ Die anderen Hasen kamen herbeigehoppelt. „Toll, Flausch! Du hast dich getraut!“ Flausch strahlte über das ganze Gesicht und mümmelte stolz den süßesten Klee, den er je geschmeckt hatte.

„Ich hatte solche Angst“, sagte Flausch zu Mira, „und habe es trotzdem geschafft.“ Mira stupste ihn liebevoll mit der Nase. „So ist das mit dem Mut“, sagte sie. „Die Angst ist oft größer als der Graben. Wenn man es Schritt für Schritt versucht, wächst der Mut von ganz allein.“ Flausch nickte stolz und sprang vor lauter Freude gleich noch einmal hin und her.

Den ganzen Nachmittag hoppelte Flausch fröhlich über den Graben und zurück, einfach weil es ihm jetzt so viel Spaß machte. Seine Angst war einem stolzen, mutigen Gefühl gewichen, und er war mächtig stolz auf sich.

Am Abend, müde und glücklich, kuschelte sich Flausch neben seine Schwester in den warmen Bau. „Morgen springe ich wieder“, sagte er verschlafen und stolz, „über einen noch breiteren Graben.“ Mira lachte leise. Die Sterne funkelten über der Wiese, ein milder Wind strich durch den Klee, und stolz auf seinen Mut schlief der kleine Hase Flausch zufrieden ein. Schlaf gut, Flausch. Gute Nacht.