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Der kleine Fuchs und die große Pfütze

Mut machenab 3 4 Min.
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Am Rand des Waldes lebte ein kleiner Fuchs namens Rotfell. Eines Morgens, nach einer regnerischen Nacht, wollte Rotfell zu seiner Lieblingswiese auf der anderen Seite des Weges. Doch mitten auf dem Weg lag eine große, breite Pfütze, in der sich der Himmel spiegelte. Rotfell blieb davor stehen und traute sich nicht hindurch. „Die ist ja riesig“, sagte er ängstlich.

Rotfell schaute in die Pfütze. Sie sah dunkel und tief aus, und er wusste nicht, wie tief das Wasser wirklich war. „Was, wenn ich darin versinke?“, dachte er. „Was, wenn meine Pfoten ganz nass werden?“ Er lief am Rand der Pfütze hin und her und suchte einen Weg drumherum, doch die Pfütze war zu breit. „Dann komme ich eben nie zu meiner Wiese“, seufzte er traurig.

Da kam seine Mama vorbei. „Was ist los, mein Schatz?“, fragte sie. „Ich will zur Wiese“, sagte Rotfell, „aber die Pfütze ist zu groß. Ich trau mich nicht hindurch.“ Mama Fuchs schaute sich die Pfütze an und lächelte. „Weißt du, Rotfell“, sagte sie, „die Pfütze sieht viel tiefer aus, als sie ist. Schau, ich zeige es dir.“ Und sie stellte eine Pfote hinein.

„Siehst du?“, sagte Mama. „Das Wasser geht mir nur bis zur Pfote. Es ist ganz flach. Es macht die Pfoten ein bisschen nass, aber das ist alles. Nasse Pfoten trocknen schnell wieder.“ Rotfell schaute zu, wie Mama mühelos durch die Pfütze ging. Es sah wirklich gar nicht schlimm aus. Aber sein Herz klopfte trotzdem noch.

„Komm, versuch es“, ermutigte ihn Mama von der anderen Seite. „Du musst nur einen mutigen Schritt machen. Ich bin hier und fange dich auf.“ Rotfell holte tief Luft. Vorsichtig setzte er eine Pfote in die Pfütze. Das Wasser war kühl, aber wirklich nur ganz flach. „Oh“, sagte er überrascht. „Das ist ja gar nicht tief.“

Mutig setzte Rotfell die nächste Pfote, und die nächste. Das Wasser spritzte ein bisschen, und seine Pfoten wurden nass, aber es kitzelte sogar ein wenig und machte Spaß. Mit ein paar schnellen Schritten lief Rotfell mitten durch die Pfütze, bis er auf der anderen Seite ankam. „Ich hab's geschafft!“, jubelte er. „Ich bin durch die Pfütze gegangen!“

„Siehst du?“, sagte Mama stolz. „Es war gar nicht so schlimm, wie du dachtest. Die Angst war größer als die Pfütze.“ Rotfell lachte und schüttelte das Wasser von seinen Pfoten. Es war wirklich ganz leicht gewesen. Und auf einmal machte ihm das Durch-die-Pfütze-Laufen sogar richtig Spaß. Er sprang noch einmal mittenhinein, dass das Wasser nur so spritzte.

Den ganzen Tag platschte Rotfell vergnügt durch die Pfütze hin und her und hatte einen Riesenspaß dabei. Seine Angst war wie weggeblasen. „Manchmal sieht etwas viel schlimmer aus, als es ist“, dachte er, „und wenn man sich einfach traut, ist es ganz leicht.“

Am Abend, müde vom vielen Platschen und Spielen auf der schönen Wiese, kuschelte sich Rotfell in seinen warmen Bau. „Heute war ich richtig mutig“, dachte er stolz und gähnte. Seine Pfoten waren längst wieder trocken. Die Sterne funkelten über dem Wald, ein milder Wind strich durch die Blätter, und stolz auf seinen Mut schlief der kleine Fuchs Rotfell zufrieden ein. Schlaf gut, Rotfell. Gute Nacht.