Auf einem großen, grünen Seerosenblatt am Teich wohnte der kleine Frosch Quaki. Quaki liebte sonnige Tage, an denen er faul in der Sonne döste und Fliegen fing. Doch wenn sich der Himmel verdunkelte und Regen aufzog, versteckte er sich schnell unter seinem Blatt. „Regen mag ich gar nicht“, quakte er. „Der ist so nass und laut.“
An diesem Nachmittag zogen dicke graue Wolken auf, und bald begann es zu tropfen. Quaki kauerte sich ängstlich unter sein Seerosenblatt. Tropf, tropf, machte der Regen, immer schneller. „Brrr“, machte Quaki und zog den Kopf ein. „Hoffentlich hört das bald wieder auf.“
Da hüpfte seine Freundin Frieda, ein fröhlicher kleiner Frosch, fröhlich aus dem Teich. „Quaki, warum versteckst du dich denn?“, lachte sie. „Es regnet doch! Komm raus, das ist herrlich!“ Quaki schaute sie verwundert an. „Herrlich? Aber der Regen ist doch nass und unangenehm.“ Frieda kicherte. „Komm, ich zeig dir, wie schön Regen ist!“
Zögernd hüpfte Quaki unter seinem Blatt hervor. Sofort kullerten ihm kühle Regentropfen über den Rücken. Doch zu seiner Überraschung fühlte sich das gar nicht schlimm an – es kitzelte sogar ein bisschen und war angenehm frisch. „Oh“, machte Quaki. „Das ist ja ganz erfrischend.“
„Und schau mal hier!“, rief Frieda und sprang mitten in eine große Pfütze. Platsch! Das Wasser spritzte hoch in die Luft. Quaki musste lachen. Vorsichtig hüpfte auch er in eine Pfütze. Platsch! Es spritzte herrlich. „Noch mal!“, jubelte Quaki und sprang wieder. Platsch, platsch, platsch!
Bald hüpften die beiden Frösche fröhlich von Pfütze zu Pfütze, planschten und spritzten und lachten aus vollem Hals. Der Regen war gar nicht mehr unheimlich – er war ein riesiger Spaß! „Warum hatte ich nur solche Angst davor?“, rief Quaki vergnügt. „Regen ist ja wunderbar!“
Als der Regen nachließ und die Sonne wieder durch die Wolken blinzelte, spannte sich ein bunter Regenbogen über den Teich. Quaki und Frieda saßen klitschnass und glücklich auf ihrem Seerosenblatt und bestaunten die schönen Farben. „Danke, dass du mir gezeigt hast, wie schön Regen ist“, quakte Quaki dankbar.
Am Abend, müde vom vielen Hüpfen und Planschen, kuschelte sich Quaki zufrieden auf sein Seerosenblatt. Von nun an freute er sich sogar auf den Regen. „Manchmal“, dachte er glücklich, „versteckt sich hinter dem, was uns Angst macht, der größte Spaß.“ Dann schloss er die Augen und schlief zufrieden ein. Schlaf gut, kleiner Quaki.
