Am Rand eines grünen Teiches lebte eine große Familie von Fröschen. Den ganzen Abend saßen sie auf ihren Seerosenblättern und quakten ihr lautes Konzert: „Quak, quak, quak!“ Nur der kleinste Frosch, Quentin, konnte nicht mitquaken. Wenn er es versuchte, kam nur ein leises „Piep“ heraus.
„Quak doch richtig!“, lachten die anderen Frösche. „Ein Frosch, der nicht quaken kann – so etwas hat man ja noch nie gehört!“ Quentin wurde ganz traurig. Er versuchte es wieder und wieder, blies die Backen auf und strengte sich an. Doch immer kam nur ein feines „Piep“.
Beschämt hüpfte Quentin davon und setzte sich allein an das stille Ende des Teiches. „Ich bin eben kein richtiger Frosch“, seufzte er und ließ traurig ein leises „Piep“ hören. Da bemerkte er, dass ihm jemand zuhörte: ein kleiner Glühwurm, der auf einem Halm saß.
„Was war das für ein hübscher Ton?“, fragte der Glühwurm. „Das war nur mein dummes Piepsen“, sagte Quentin. „Dumm?“, rief der Glühwurm. „Das war wunderschön! So fein und klar. Mach noch mal!“ Verlegen piepste Quentin noch einmal. Der Glühwurm strahlte. „Herrlich! Wie eine kleine Flöte.“
Quentin staunte. Noch nie hatte jemand sein Piepsen schön gefunden. Bald kamen noch mehr kleine Tiere, um Quentins feinen Tönen zu lauschen – eine Libelle, eine Maus, ein paar Glühwürmchen. „Piep doch noch ein bisschen“, baten sie. Und Quentin piepste ihnen die schönsten kleinen Melodien.
Während die großen Frösche am anderen Ende laut durcheinanderquakten, lauschten hier alle ganz still und verzaubert Quentins zarten Tönen. „Deine Stimme ist etwas ganz Besonderes“, sagte der Glühwurm. „Kein anderer Frosch kann so schön piepsen wie du.“ Quentin wurde ganz warm ums Herz.
Da kam sogar ein großer Frosch herübergehüpft. „Was ist denn hier los?“, fragte er. „Quentin macht die schönste Musik am ganzen Teich“, sagte die Maus. Der große Frosch lauschte – und nickte anerkennend. „Das stimmt. So etwas Feines kann keiner von uns. Du bist ein besonderer Frosch, Quentin.“
Von da an war Quentin stolz auf seine Stimme. Jeden Abend gab er ein kleines Pieps-Konzert, und alle Tiere am Teich freuten sich darauf. Müde und glücklich kuschelte er sich nachts auf sein Seerosenblatt. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, dachte er und piepste ganz leise sein Gutenachtlied. Schlaf gut, kleiner Quentin.
