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Der kleine Fisch, der den Mut fand

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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In einem klaren Bach lebte ein kleiner Fisch namens Flossi mit seinem Schwarm. Eines Tages erzählten die alten Fische von einem wunderschönen, ruhigen See hoch oben am Berg, in dem das Wasser warm und das Futter reichlich war. „Aber um dorthin zu kommen“, sagten sie, „muss man den großen Wasserfall hinaufspringen.“

Der ganze Schwarm machte sich auf den Weg den Bach hinauf, bis sie am Fuß des Wasserfalls ankamen. Flossi schaute nach oben und erschrak. Das Wasser stürzte mit Macht herab, und der Wasserfall war hoch und tosend. „Da soll ich hinaufspringen?“, fragte Flossi ängstlich. „Das schaffe ich nie. Das ist viel zu hoch und zu wild.“

Die anderen Fische sammelten ihren Mut und sprangen einer nach dem anderen mutig in die tosende Strömung, um den Wasserfall hinaufzukommen. Doch Flossi zögerte am Fuß des Wasserfalls. „Was, wenn ich es nicht schaffe? Was, wenn mich die Strömung zurückwirft?“, dachte er. Seine kleinen Flossen zitterten.

Ein alter, weiser Fisch blieb bei Flossi. „Hab keine Angst, Kleiner“, sagte er sanft. „Du musst nicht auf einen Sprung ganz hinauf. Spring von Stein zu Stein, immer ein kleines Stück. Ruh dich zwischendurch in den ruhigen Becken aus. Schritt für Schritt schaffst auch du es nach oben.“ Flossi atmete tief durch. „Ein Stück nach dem anderen“, sagte er sich.

Flossi nahm all seinen Mut zusammen und sprang – nur ein kleines Stück, auf den ersten flachen Stein. Geschafft! Er ruhte sich kurz in dem ruhigen Becken aus, dann sprang er zum nächsten Stein. Und zum nächsten. Die Strömung war stark, und manchmal rutschte er ein Stück zurück. Doch Flossi gab nicht auf und sprang immer wieder neu.

Höher und höher kämpfte sich Flossi den Wasserfall hinauf, Sprung um Sprung. Seine Flossen wurden müde, und das tosende Wasser zerrte an ihm. „Nicht aufgeben“, feuerte er sich an. „Nur noch ein Stück.“ Mit einem letzten, mutigen Sprung schnellte er über die oberste Kante – und landete im ruhigen See dahinter.

Flossi konnte es kaum glauben. Er hatte es geschafft! Vor ihm lag der wunderschöne, ruhige See, warm und glitzernd, mit reichlich Futter und friedlichem Wasser. Sein Schwarm jubelte ihm zu. „Flossi, du hast es geschafft!“ Flossi strahlte vor Stolz. „Ich hatte solche Angst“, sagte er, „aber ich bin Sprung für Sprung weitergekommen.“

Am Abend ließ sich Flossi zufrieden im warmen, stillen See treiben. „Auch das Schwerste schafft man“, dachte er glücklich, „wenn man mutig bleibt und nicht aufgibt.“ Sanft gewiegt vom ruhigen Wasser, schlief der kleine Fisch zufrieden ein. Schlaf gut, kleiner Flossi.