Einmal im Jahr feierten die Tiere des Tals ein großes Lichterfest. Dann wurde mitten auf der Lichtung ein wärmendes Festfeuer entzündet, um das alle tanzten, sangen und sich Geschichten erzählten. In diesem Jahr durfte zum ersten Mal auch der kleine Drache Fips dabei sein. Er freute sich riesig – und war zugleich ein bisschen aufgeregt.
Denn Fips war ein sehr kleiner Drache, und sein Feueratem war noch nicht besonders groß. „Die anderen Tiere sind so groß und können so viel“, dachte er. „Ich bin nur ein winziger Drache mit einem kleinen Flämmchen. Was kann ich schon zum Fest beitragen?“ Schüchtern setzte er sich an den Rand der Lichtung.
Das Fest begann wunderbar. Das große Festfeuer wärmte alle, und die Tiere tanzten fröhlich darum herum. Doch dann zog plötzlich ein heftiger Wind auf – und mit einem Mal blies er das ganze Festfeuer aus! Auf einmal war es dunkel und kalt auf der Lichtung. „Oh nein!“, riefen die Tiere. „Unser Feuer ist aus! Und wir haben kein Streichholz, um es wieder zu entzünden!“
Die Tiere schauten sich ratlos an. „Wie sollen wir das Feuer nur wieder anzünden?“, fragten sie. Niemand wusste Rat. Da fiel der kleinen Maus etwas ein. „Fips!“, rief sie. „Du bist ein Drache! Du kannst doch Feuer speien!“ Alle Augen richteten sich auf den kleinen Fips. Der erschrak. „Aber mein Feuer ist doch so klein“, sagte er unsicher.
„Probier es, Fips!“, riefen die Tiere ermutigend. „Auch ein kleiner Funke kann ein großes Feuer entzünden!“ Fips holte tief Luft. Sein Herz klopfte. Er trat an das ausgegangene Festfeuer, blies all seine Kraft zusammen – und ein kleiner, warmer Funke sprang aus seinem Maul direkt in das trockene Holz. Und siehe da: Das Feuer fing Feuer und loderte wieder hell auf!
„Fips hat das Fest gerettet!“, jubelten die Tiere. Das Festfeuer brannte wieder, größer und wärmer als zuvor, und tauchte die ganze Lichtung in warmes, goldenes Licht. Fips konnte es kaum glauben. Sein kleiner Funke, für den er sich geschämt hatte, hatte das ganze Fest gerettet! „Mein Feuer ist gar nicht zu klein“, staunte er.
Die Tiere feierten Fips, und er durfte den Ehrenplatz direkt am wärmenden Feuer einnehmen. „Siehst du“, sagte die weise Eule, „es kommt nicht darauf an, wie groß dein Feuer ist. Es kommt darauf an, dass du es im richtigen Moment einsetzt. Dein kleiner Funke war heute das Wichtigste von allem.“ Fips strahlte vor Stolz und Glück.
Bis spät in die Nacht feierten die Tiere ihr Lichterfest, und Fips tanzte mittendrin, glücklich und stolz. Später, müde vom Feiern, kuschelte er sich zufrieden ein, ein warmer Funke noch in seinem Bauch. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, dachte er und schlief glücklich ein. Schlaf gut, kleiner Fips.
