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Der kleine Delfin lernt tauchen

Selbstvertrauenab 3 3 Min.
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In einer sonnigen Meeresbucht lebte ein kleiner Delfin namens Tobi. Tobi konnte schon richtig schnell schwimmen und hoch springen, aber eines konnte er noch nicht: tief tauchen. Die großen Delfine tauchten hinab bis zum bunten Korallengarten am Meeresgrund, wo die schönsten Fische wohnten. Tobi aber kam nur ein kleines Stück nach unten, dann musste er schon wieder hoch.

„Ich will auch zum Korallengarten“, sagte er traurig zu seinem Papa. „Aber ich schaffe es einfach nicht so tief. Ich bin bestimmt zu klein.“ Papa Delfin schüttelte sanft den Kopf. „Du bist nicht zu klein, Tobi“, sagte er. „Du brauchst nur Übung und ein bisschen Geduld mit dir selbst. Niemand taucht gleich beim ersten Mal ganz tief.“

„Pass auf“, sagte Papa. „Hol erst ganz viel Luft. Dann mach dich schwer und ruhig, ganz langsam, und lass dich nach unten gleiten. Nicht hetzen. Das Meer hilft dir, wenn du ruhig bleibst.“ Tobi nickte tapfer. Er holte tief Luft, machte sich schwer und glitt nach unten. Doch schon nach ein paar Flossenschlägen wurde er unruhig und schoss wieder nach oben.

„Es geht nicht!“, rief er und schnaufte. Papa lächelte ruhig. „Beim ersten Mal noch nicht. Beim zweiten Mal kommst du schon ein Stückchen weiter. Versuch es noch einmal, ganz in Ruhe.“ Also versuchte Tobi es wieder. Und tatsächlich – diesmal kam er ein kleines bisschen tiefer, bevor er umkehrte.

„Hast du das gesehen, Papa?“, rief er aufgeregt. „Ich war tiefer als vorhin!“ „Ich hab es genau gesehen“, sagte Papa stolz. „Siehst du? Mit jedem Mal wird es ein Stückchen mehr. Du musst nur weiter üben und freundlich zu dir sein.“ Tobi lächelte. Das aufgeregte Zappeln in seinem Bauch wurde ruhiger, und er fühlte sich auf einmal mutiger.

Den ganzen Tag übte Tobi. Tauchen, hoch kommen, Luft holen, wieder tauchen – immer ein kleines Stück tiefer. Manchmal klappte es nicht, dann lachte er nur und versuchte es einfach noch einmal. Er ärgerte sich nicht mehr. Er war stolz auf jedes kleine Stückchen, das er schaffte.

Und dann, am späten Nachmittag, als das Wasser ganz golden schimmerte, holte Tobi besonders tief Luft, machte sich schwer und ruhig und glitt hinab, immer tiefer, ruhig und gelassen – bis er plötzlich mitten im bunten Korallengarten schwebte. Überall um ihn herum leuchteten gelbe, rote und blaue Fische. „Ich hab es geschafft!“, jubelte er.

Stolz wie nie schwamm Tobi wieder nach oben, wo Papa schon auf ihn wartete. „Ich war ganz unten beim Korallengarten!“, rief er. „Ich wusste, dass du es schaffst“, sagte Papa und stupste ihn liebevoll. „Weil du nicht aufgegeben hast.“

Am Abend, als die Bucht ruhig und dunkel wurde, kuschelte sich Tobi zufrieden an seinen Papa. „Morgen tauche ich wieder“, murmelte er verschlafen, „und dann noch ein Stückchen tiefer.“ Das warme Meer wiegte ihn sanft, und mit einem stolzen Lächeln schlief der kleine Delfin ein. Schlaf gut, Tobi.